Aus der Praxis: Prozessmanagement bei GPV6 | 03 | 20

Wir haben gelernt, dass Prozesse die Basis sind, um jeglichen Unternehmenszweck in die Tat umzusetzen. Deswegen ist es – auch mit besonderem Fokus des Qualitätsmanagements – interessant, wie sich das Prozessmanagement in Unternehmen personell und strukturell entwickelt. Welche Wege gehen Qualitäts- oder Prozessmanager und welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen? Um das herauszufinden befragen wir erfahrene Quereinsteiger und Hauptberufene. Heute berichtet Mareile Jakobi, Quality Manager des anerkannten Elektronikdienstleisters und EMS-Anbieters GPV, über ihre Tätigkeit.

Frau Jakobi, was ist das Besondere an Ihrem Job? Was macht ihn so spannend?

Zunächst die Tatsache, dass ich mich mit den verschiedensten Abläufen auseinandersetze. Dadurch kann ich meine Kenntnisse über das Unternehmen stetig erweitern und habe mit der Zeit tolle Erfolgserlebnisse. Es motiviert besonders, wenn aus dem praktischen Tun ein neuer dokumentierter Prozess entsteht, der für die Beteiligten ein gutes Ergebnis erzielt und sichert. Gerade die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten, die ich bei ihrer täglichen Arbeit begleite, ist sehr bereichernd, da ich so die jeweiligen Fortschritte beobachten kann. Es werden gemeinsam Ideen und Lösungen gefunden und identifizierte Maßnahmen umgesetzt. Nicht zuletzt hilft dies dabei, am Standort GPV Germany sicher und gut vorbereitet in ein Audit zu gehen.

Wie kamen Sie zu Ihrer Position als Quality Manager?

Ich habe in meinen bisherigen Positionen immer dicht mit und am Kunden gearbeitet. Zwar in verschiedenen Branchen und Bereichen, unter anderem in Führungspositionen im Sales, aber Schwerpunkte des Projekt- und Prozessmanagements waren schon immer eng an meine Hauptaufgaben geknüpft. Dadurch ist mein Interesse für diesen Bereich stetig gewachsen und hat sich in Richtung des Qualitätsmanagements entwickelt. Nun sind Prozess- und Qualitätsmanagement meine Kernbereiche und ich freue mich, diese auch in Zukunft zu betreuen.

Welche Methoden wenden Sie in Ihrer täglichen Arbeit an und was hilft Ihnen beim Prozessmanagement?

Die Kunst ist zum einen, das richtige Instrument für eine Prozessverbesserung zu finden, und zum anderen, die Beteiligten für den kritischen Blick auf einen Prozess zu gewinnen. Ich habe mir zur Prozessbegleitung ein Methoden-Portfolio erarbeitet, beispielsweise Prozessmanagement- und Six Sigma-Tools und Inhalte des Change-Managements. Berufserfahrung spielt sicherlich auch eine große Rolle. Neben Methodenwissen verhilft mir der generelle Austausch mit Kollegen vor Ort und an anderen GPV Standorten sehr dabei, neue Perspektiven zu entdecken. Je nach Kollegenkreis arbeite ich mit Flowcharts, Turtle, SIPOC, Big Picture, ggf. auch 5 Why und Fishbone. Bei GPV haben die Produktionsstandorte eine hohe Selbstverantwortung, ihre Prozesse zu verbessern. Wichtig ist, dass sie die geforderten Standards erfüllen und Strategien unterstützen.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie momentan im Prozessmanagement?

Das gemeinsame Ziel bei GPV ist es, unsere Prozesse regelmäßig zu hinterfragen, um diese kontinuierlich zu verbessern. Meine Aufgabe ist es, die Prozesslandschaft mitzugestalten und stetig zu verbessern. Eine wichtige Grundlage stellt die Visualisierung von Prozessen dar. Sie hilft den Beteiligten, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Wir haben eine Intranet-basierte Dokumentation, die für jeden zugänglich ist. Die Herausforderungen sind vielfältig, ein erfolgreiches Change-Management aufzubauen, fordert uns aber ganz besonders.

Wie möchten Sie das Prozessmanagement in Ihrem Unternehmen langfristig positionieren?

Lebendig und nachhaltig! Das Prozessmanagement soll ein wichtiges Element in allen Management-, Kern- und Unterstützungsprozessen sein. Es hat immer etwas Verbindendes. Die Mitarbeiter und Führungskräfte sollen erkennen, wie ihre Arbeit aufeinander aufbaut. In meiner Rolle möchte ich auch etwas beratender und durchaus in „coachender Funktion“ unterwegs sein. Auf jeden Fall so, dass es für alle Mitarbeiter und Beteiligte einen deutlichen Mehrwert liefert und dabei hilft, gute Ergebnisse für unser Unternehmen zu erzielen.

Vielen Dank für diesen Einblick in Ihre Tätigkeit Frau Jakobi!

 

Für Rückfragen:

Claudia Nauta
Produktmanagerin DGQ Weiterbildung GmbH
Tel. +49 (0)69 954 24-209
E-Mail: claudia.nauta@dgq.de

Über den Autor:

Mareile Jakobi ist Quality Manager am GPV-Standort Germany. GPV wurde 1961 in Dänemark gegründet und ist heute einer der führenden Elektronikdienstleister in Europa. GPV ist ein kundenorientierter EMS-Partner, der Kunden weltweit komplexe Elektronik-, Kabelkonfektions-, Mechatronik- und Box-Build-Lösungen anbietet. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Dänemark und verfügt über Produktionsstätten in Dänemark, der Schweiz, Deutschland, Österreich, der Slowakei, Sri Lanka, Thailand, China und Mexiko. GPV erwirtschaftet mit rund 4.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 2,75 Mrd. DKK und ist seit 2016 im Besitz des dänischen Industriekonzerns Schouw & Co.

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