12 Sätze, die Ihr QM verbessern – 12. Satz: „Lassen Sie uns das hier und jetzt beenden.“20 | 12 | 23

12 Sätze die ihr QM verbessern

Augen zu und durch? Warum und zu welchem Preis? Eine Besprechung, in der es nicht zur Sache geht, ein externes Audit, das aus dem Ruder läuft, eine Managementbewertung, in der niemand bei der Sache ist, eine 8D-Report-Bearbeitung, bei der man Sie von Pontius zu Pilatus schickt, eine FMEA, in der Pseudofehler eingetragen und eklatante Risiken verschwiegen werden?

Brechen Sie’s ab. Haben Sie nicht bereits genug Geduld bewiesen? Mit Engelzungen geredet, geredet, geredet? Haben Sie nicht im Glauben, dass Sie die Dinge langsam zum Besseren entwickeln können, immer wieder versucht, zu überzeugen, zu erklären, zu verbessern? Hat‘s funktioniert? Nein? Dann Schluss damit. Sie sind doch nicht der Hannebambel derer, die zu nix kommen, die ihre Hausarbeiten nicht machen, die alles besser wissen, aber nichts besser machen. Die sich herausreden und herauswinden. Die das Qualitätsmanagement sabotieren. Die hinterher wissen, wie man es vorher hätte machen sollen.

Manchmal braucht es starke Signale. Ein Abbruch einer Aktion oder die Verweigerung der eigenen Mitwirkung ist ein solch starkes Signal. Das geht stimmig natürlich nur dann, wenn man selbst nicht oder nicht zu oft Sinnloses, Wirkungsloses, Nutzloses macht. Wenn man selbst sich an Verabredungen hält und Versprechen einlöst.

Verantwortung braucht auch Raum für Verantwortung. Wo QM-Abteilungen und QM-Personal einspringen, wenn andere sich verweigern, wo sie ausputzen, was andere versäumen, da wächst keine eigene Qualitätsverantwortung, da wächst Opportunismus.

Um nicht in den Verdacht eines negativistischen Menschenbildes zu kommen, will ich sagen, dass ich davon ausgehe, dass alle Menschen im Arbeitsprozess hochgradig für eine hohe Qualität der eigenen Arbeit motiviert sind. Manchmal geraten sie aber in Situationen, die Qualität erschweren oder verhindern. Diese gilt es zu erkennen und zu beenden. Auch dafür braucht es jemanden, der hilft, indem er oder sie Stopp ruft.

Alles klar? Dann lassen Sie uns diesen Blogbeitrag, ja die ganze zwölfteilige Serie, hier und jetzt beenden.

 

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Die Idee für diese Reihe habe ich dem Buch „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ von Karin Kuschik (rororo 2022) entnommen. Ich fand sie großartig und deshalb habe ich sie für uns aufgegriffen.

Über den Autor: Benedikt Sommerhoff

Benedikt Sommerhoff leitet bei der DGQ das Themenfeld Qualität & Innovation. Er beobachtet, analysiert und interpretiert die Paradigmenwechsel und Trends in Gesellschaft und Wirtschaft sowie ihre Wirkungen auf das Qualitätsmanagement. Seine zahlreichen Impulse in Form von Publikationen und inspirierenden Vorträgen geben Orientierung in Zeiten des Wandels. Sie ermutigen zur Neukonzeption des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten des DGQ-Netzwerks aus Praxis und Wissenschaft arbeitet Sommerhoff in Think Tanks und Pionierprojekten an der Entwicklung, Pilotierung und Vermittlung innovativer Konzepte und Methoden.

Ein Kommentar bei “12 Sätze, die Ihr QM verbessern – 12. Satz: „Lassen Sie uns das hier und jetzt beenden.“”

  1. c3abfc96e529c2cd9d0d4e2583784318 Anonymous sagt:

    Sehr geehrter Herr Sommerhoff

    Danke für diesen Beitrag. Ich hatte schon befürchtet, diese Art von Stopp auszurufen wäre zu exotisch. Nach meiner Erfahrung braucht es sehr viel Mut dazu, insbesondere im Hinblick auf die Verwunderung und Reaktion des Umfelds.

    Ich habe eben diesen Stopp beim Thema DFMEA vor Kurzem praktiziert, obgleich ich selbst genau dieses Thema vor ca. 4 Jahren propagiert und gefördert habe. Als ich nun resümierte, dass es hinsichtlich Aufwand und wirklichem Nutzen keinen Sinn macht so wie bisher weiterzumachen (weil hinsichtlich Design keinerlei Rückwirkung) war die Verwunderung gross.

    Gleichzeitig tat sich auch eine mögliche neue Türe auf, als nun die Aussage kam „ja wie erkennen wir denn nun frühzeitig unsere Designrisiken und reduzieren diese?“

    Konsens herrschte, dass die Idee der DFMEA zukünftig anders realisiert werden müsse. Wie dieses „anders“ aussehen soll, ist aktuell noch unklar, und eben auch eine mögliche neue Tür, die sich öffnet.

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