12 Sätze, die Ihr QM verbessern – 10. Satz: Das ist schön. Das ist gut. Das macht Freude.25 | 10 | 23

12 Sätze die ihr QM verbessern

Nehmen Sie es mir nicht krumm, wenn ich ganz offen sage, dass es mir so scheint, als neigten viele Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager zu einer gewissen Kläglichkeit. Bestimmt „macht es was mit einem“: der tägliche Umgang mit Fehlern und Fehlendem, mit Problemen und Problematischem, mit Abweichungen und Abweichendem. Wie schwer wird es mit der Zeit, Schönes zu sehen, wenn man sein Auge so sehr fürs Entdecken der Mängel geschult hat? Wie schwer wird es, zu loben, wo es so viel zu tadeln gibt? Wie schwer wird es, sich zu freuen, wo man sich so oft ärgern muss?

Das Unternehmen braucht dringend Menschen, die ein Auge für seine Probleme und Defizite haben und diese auch ansprechen und aufzeigen. Es braucht ein System, dass ihre Entdeckung forciert, und Menschen, die es bauen und betreiben. Wer sich aber fast ausschließlich kritisch einbringt, läuft Gefahr, an Akzeptanz und Wirksamkeit zu verlieren und auch, selbst gesundheitlich Schaden zu nehmen.

Ein Alarmsignal ist, wenn Sie auch in Familie und Freizeit das kritische Kommentieren und Vorschlagen von Prozessverbesserungen nicht lassen können, an der Supermarktkasse, im Restaurant, als Beifahrer oder Beifahrerin. Natürlich ist das grundsätzlich erlaubt und manchmal geboten. Aber hätt’s das gebraucht? Geht es Ihnen dann besser? Ändern die Kritisierten wirklich ihr Vorgehen? Folgt auf Ihren Ratschlag ein Gegenschlag? Ist Ihre Intervention ohne detaillierte Kenntnis der Situation und Fähigkeiten der anderen überhaupt fair und ausgewogen? Und darf das Leben nicht auch einmal ungelenk, umständlich, ineffizient sein?

Die Aufgabe Qualitätsmanagement ist schwierig genug, die Rollen als Qualitätsmanager oder -managerin anspruchsvoll. Wir machen sie uns nicht leichter, wenn die anderen im Unternehmen mit der Zeit fälschlicherweise denken, wir seien freudlos, überkritisch, negativistisch. Das kann leichter passieren, als viele denken. Dann erschwert und blockiert es konstruktive Kommunikation und produktive Zusammenarbeit.

Bleiben Sie hellwach für Fehler, seien Sie eloquent in der Kritik, aber öffnen Sie Auge und Herz für das Gute und Schöne. Loben Sie, lassen Sie oft Ihr Lächeln sehen und Ihr Lachen erschallen. Und dann lassen Sie mir auch locker durchgehen, dass es sich bei Satz Nummer zehn ja eigentlich um drei Sätze handelt. Drüber geschmunzelt, Lachfältchen vertieft, fröhlich ins nächste Meeting gezogen.

 

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Die Idee für diese Reihe habe ich dem Buch „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ von Karin Kuschik (rororo 2022) entnommen. Ich fand sie großartig und deshalb habe ich sie für uns aufgegriffen.

Über den Autor: Benedikt Sommerhoff

Benedikt Sommerhoff leitet bei der DGQ das Themenfeld Qualität & Innovation. Er beobachtet, analysiert und interpretiert die Paradigmenwechsel und Trends in Gesellschaft und Wirtschaft sowie ihre Wirkungen auf das Qualitätsmanagement. Seine zahlreichen Impulse in Form von Publikationen und inspirierenden Vorträgen geben Orientierung in Zeiten des Wandels. Sie ermutigen zur Neukonzeption des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten des DGQ-Netzwerks aus Praxis und Wissenschaft arbeitet Sommerhoff in Think Tanks und Pionierprojekten an der Entwicklung, Pilotierung und Vermittlung innovativer Konzepte und Methoden.

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