Wach bleiben! Datenschutz bleibt Thema25 | 02 | 20

Ich beschäftige mich als verantwortliche Produktmanagerin viel mit dem Thema Datenschutz. Vor allem seitdem die EU-DSGVO am 25. Mai 2018  zur Anwendung gekommen ist, ist das Thema für uns alle präsenter denn je. Ich finde das gut, denn ich bin überzeugt, dass die stärkere Aufmerksamkeit für den Schutz unserer Daten uns allen zu Gute kommt. Doch nicht alle sind dieser Meinung: in meinem Bekanntenkreis gibt es oft Beschwerden über die nervigen Datenschutzerklärungen, die man sowieso wegklickt ohne sie zu lesen. Und Hand aufs Herz: wie oft haben Sie selbst das auch getan?

Auch Unternehmen vermitteln oft den Eindruck, dass Datenschutz kein Thema ist, mit dem sie sich gerne beschäftigen. Stattdessen wird es von den Fachabteilungen oft als lästige Pflicht wahrgenommen und wichtig ist nur, dass auf dem Papier alles stimmt und das Unternehmen nicht verklagt werden kann.

Diese Haltung von Unternehmen ist gefährlich und verkennt die Gefahr hinter dem unsensiblen Umgang mit Informationen. Denn die Risiken sind nicht von der Hand zu weisen: durch Strafen entstehen für Unternehmen hohe Kosten und – noch viel schwerwiegender – ein Reputationsverlust. Möchten Sie einem Unternehmen Ihre Daten anvertrauen, das nicht alles für deren Schutz tut?

Auch wenn uns der Datenschutz seit dem Geltungstag der EU-DSGVO gefühlt überall begegnet, sind deutsche Unternehmen noch nicht in allen Aspekten datenschutzkonform. Einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom zufolge, bei der 2019 mehr als 500 deutsche Unternehmen befragt wurden, hat erst ein Viertel die Umsetzung der EU-DSGVO vollständig abgeschlossen.
Was sind die größten Herausforderungen für Unternehmen? An erster Stelle wird Rechtsunsicherheit und ein schwer abzuschätzender Umsetzungsaufwand von jeweils zwei Drittel der Unternehmen (68 Prozent) genannt. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) beklagt fehlende Umsetzungshilfen, gut ein Drittel (37 Prozent) sieht fehlendes Fachpersonal als größte Herausforderung. Die Ergebnisse zeigen mir: die Unsicherheit ist groß und verlässliche Informationen sowie gut ausgebildetes Personal sind schwer zu bekommen.

Ich habe daher großen Respekt vor allen Datenschutzbeauftragten, die jeden Tag unsere Daten schützen. Denn im Mittelpunkt der viel diskutierten und oft nicht beliebten EU-DSGVO stehen wir Menschen. Der Datenschutz soll uns vor dem Missbrauch unserer Daten bewahren. Damit Datenschutzbeauftragte unsere Daten und auch die Daten unserer Kunden und Geschäftspartner schützen können, brauchen sie Unterstützung. Selbstverständlich sollte sein, dass Nutzer von Daten im Arbeitskontext sorgsam mit sensiblen Informationen umgehen. Die Datenschutzbeauftragten benötigen aber auch aktuelles Know-how und die richtigen Methoden.

Was können Arbeitgeber tun, um ihre Datenschützer zu unterstützen und ihr Personal kontinuierlich für das Thema zu sensibilisieren? Der erste Schritt ist in meinen Augen, gut informiert zu sein. Bei diesem Schritt kann die DGQ Unternehmen und Datenschutzbeauftragte unterstützen. Das umfangreiche DGQ-Trainingsangebot bietet verschiedene Möglichkeiten: vom E-Learning für den sicheren Umgang mit der EU-DSGVO am Arbeitsplatz über die Weiterbildung für Datenschutzbeauftragte bis hin zur Ausbildung zum Auditor für Datenschutz ist für alle Etwas dabei.
Alle Informationen hierzu finden Sie hier.

Über den Autor:

Christina Eibert ist studierte Sozialwissenschaftlerin und Produktmanagerin bei der DGQ. Sie verantwortet die Trainings in den Bereichen Compliance, Datenschutz, Statistik und Cyber-Sicherheit. Besonders wichtig ist es ihr, praxisnahe und zukunftsorientierte Weiterbildungen zu entwickeln, von denen Teilnehmer und Unternehmen gleichermaßen profitieren.

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