Ich werde DGQ-Datenschutzbeauftragte – ein Erfahrungsbericht21 | 06 | 17

Datenschutz und DSGVO

 

Die Teilnahme an einem Seminar, für welches man als Produktmanagerin der DGQ verantwortlich ist, ist immer etwas Besonderes. Vor allem, wenn das Seminar in der DGQ-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main stattfindet. Zum einen sieht man die vom Arbeitsalltag bekannten Räume durch Teilnehmeraugen und lernt die organisatorischen Aspekte eines Seminars kennen. Auf der anderen Seite habe ich das Themengebiet Datenschutz erst neu übernommen und sah durch die Teilnahme am Seminar die perfekte Möglichkeit mich noch intensiver mit dem Datenschutzgesetzt vertraut zu machen und zudem die anderen Teilnehmer mit ihren Erwartungen, ihrer Teilnahmemotivation und ihren Vorkenntnissen kennenzulernen.

Die wichtigste Frage überhaupt: Was ist Datenschutz?

Dementsprechend gespannt war ich zu Beginn des ersten Tages des viertägigen Grundlagenlehrgangs zum „DGQ-Datenschutzbeauftragten“. Nach dem ersten Kennenlernen stand die Frage „Was ist Datenschutz?“ im Mittelpunkt. Gerade für Anfänger, die lediglich eine Alltagsvorstellung zu diesem Thema haben, ist das natürlich DIE Frage.

Die Ausbildung zum DGQ-Datenschutzbeauftragten

Was ist Datenschutz? Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Tages.

Der Trainer brachte uns allerdings sehr schnell auf den gleichen Wissenstand. Danach näherten wir uns dem Ursprung, der Entwicklung und den wichtigsten Paragraphen des Datenschutzrechts an. Ich war natürlich sehr froh, dass unser Trainer diesen „Ritt durch das Datenschutzgesetz“ (wie es in unseren Unterlagen hieß) durch zahlreiche Beispiele aus der Praxis so spannend gestaltete. Meine Befürchtung, dass ich mich vier Tage lang mit einem vermeintlich sehr trockenen Thema beschäftigen werde, stellte sich bereits am ersten Tag als unbegründet heraus.

Erkenntnisse, die zum Nachdenken anregen

Am zweiten Tag ging es weiter im Gesetzestext. Wir klärten unter anderem, was genau personenbezogene Daten sind, welche besonders schützenswert sind und was die Unterschiede zwischen Verarbeiten, Nutzen und Erheben von Daten ist. Natürlich war auch die Umstellung vom Bundesdatenschutzgesetz auf die EU-Datenschutz-Grundverordnung und alle relevanten Neuerungen ein wichtiges Thema.

Obwohl wir uns erst den zweiten Tag mit diesem Thema beschäftigten, entstanden schnell Diskussionen unter den Teilnehmenden. Nicht zuletzt, weil unser Trainer viele spannende Beispiele brachte, die einen durchaus zum Nachdenken anregten und teils schockierten. Daher ließ uns das Thema auch in der Kaffeepause nicht in Ruhe. Auch ich dachte direkt über den besseren Schutz meiner privaten Daten nach. Damit war ich sicherlich nicht alleine.

Fit für die Arbeit als Datenschutzbeauftragte/r

Am nächsten Tag erhielten wir einen Einblick in die Arbeit eines Datenschutzbeauftragten im Unternehmen. Unser Trainer gab uns eine Menge Praxistipps und konkrete Hinweise, wie sich der Datenschutz im Unternehmen organisieren lässt. Besonders wertvoll waren für uns angehende Datenschützer die zahlreichen Unterlagen wie Checklisten, Beispiele für die Gliederung eines Datenschutzhandbuches etc. Auch dieser Tag war wieder geprägt vom lebhaftem Austausch mit dem Trainer und den Teilnehmern. Natürlich wurde auch die Prüfung thematisiert. Glücklicherweise fühlten wir uns am Ende dieses Tages gut vorbereitet.

Am letzten Tag des Lehrgangs waren wir nun bereits so tief in die Feinheiten des Datenschutzes eingedrungen, dass wir anhand von Übungsaufgaben unser Wissen beispielhaft anwenden konnten. In Kleingruppen bearbeiteten wir unterschiedliche Fragestellungen und stellten diese der Gruppe anhand von Flipcharts vor.

Zuvor hatten wir uns allerdings noch mit der Thematik Datensicherheit in Ergänzung und Abgrenzung zum Datenschutz beschäftigt. Vor allem der immer komplexer werdende Aspekt der Datensicherheit und des Datenschutzes im Bereich des Internets, der neuen Medien und neuen Techniken zeigte mir noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, sich immer zu über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Gerade hier brachte der Trainer uns dazu, auch unser privates Handeln im Internet zu überdenken.

Der zweite Teil des letzten Tages war nun der schriftlichen Prüfung gewidmet, die wir alle dank der guten Vorbereitung bestanden haben.

Fazit: Auch ohne Verantwortung für den Datenschutz interessant

Gerade für mich, die nicht als Datenschutzbeauftragte tätig sein wird und sich vorher noch nicht sehr detailliert mit dem Datenschutzgesetz auseinandergesetzt hatte, verdeutlichte die Ausbildung zum DGQ-Datenschutzbeauftragten, wie relevant, vielschichtig aber auch spannend das Thema Datenschutz ist.

Vor allem dann, wenn es in einer konstruktiven Atmosphäre mit einem kompetenten Trainer und interessierten Teilnehmern stattfindet. Auch ich habe mich nach dem Training als „Datenschützerin“ gefühlt und gehe – auch ohne Benennung zur Datenschutzbeauftragten – mit offeneren Augen und viel bewussterem Umgang mit meinen und den Daten anderer durch den Alltag.

Über den Autor:

Christina Eibert ist seit März 2017 Produktmanagerin bei der DGQ Weiterbildung. Dort ist die studierte Sozialwissenschaftlerin für die Konzeption von Weiterbildungsinhalten und -formaten verantwortlich.

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