Die Qualität der Kommunikation: Auf Augenhöhe kommunizieren19 | 07 | 19

Willkommen zur unserer Blogstrecke „Die Qualität der Kommunikation“. Schön, dass Sie sich wieder Zeit nehmen. Im letzten Beitrag mit dem Titel „Die Qualität der Kommunikation: Kann der Körper sprechen?“ stand das vierte Axiom der Kommunikationstheorie im Fokus. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie es Ihnen gelingt, auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Auf Augenhöhe kommunizieren

In der DGQ-Ausbildung zum Auditor ist die Transaktionsanalyse ein zentraler Baustein, um zu verstehen, wie in Audits auf Augenhöhe kommuniziert werden kann. Der Auditor soll weder das Eltern-Ich noch das Kind-Ich ansprechen, sondern das Erwachsenen-Ich. Dahinter steht Watzlawicks fünftes und damit letztes Axiom:

5. Axiom: „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.“

Symmetrisch kommuniziert, wer sich mit dem Gesprächspartner als ebenbürtig erlebt und Gemeinsamkeiten teilt. Komplementäre Kommunikation findet u.a. zwischen den Hierarchien statt oder zwischen kulturell festgelegten Rollen wie z.B. Vorgesetzter – Mitarbeiter, Arzt – Patient, Lehrer – Schüler.

Das eine ist nicht schlechter als das andere, es existieren halt nur beide Kommunikationsweisen. Sie legen z.B. fest, über was und in welcher Weise gesprochen wird. Wenn Sie sich im Klaren sind, in welchem Modus Sie gerade kommunizieren, können Sie Ihre Gesprächsziele leichter erreichen. Dabei sollten Sie in einem komplementären Gespräch die Chance nutzen, sich mit Ihrem Gesprächspartner gegenseitig zu ergänzen, indem Sie z.B. respektieren, dass auch Ihr Gesprächspartner sein Anliegen und Wissen, seine Interessen und Ziele berechtigt einbringt. Und indem Sie das Gespräch darauf ausrichten, dass aus unterschiedlichen Positionen etwas Gemeinsames entstehen kann.

Was das fünfte Axiom wirklich interessant macht, ist Watzlawicks Beobachtung: In einem komplementären Gespräch wird z.B. der Vorgesetzte immer als Vorgesetzter und der Mitarbeiter immer als Mitarbeiter bestätigt. Indem sich die Gesprächspartner an die angenommene Kommunikationsweise halten, bestätigen und festigen sie ihre Beziehungsform.

Übertragen z.B. auf eine Audit-Situation heißt das: Wenn Sie als Eltern-Ich-Besserwisser auftreten und damit das Kind-Ich Ihres Gesprächspartners ansprechen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihr Gegenüber in seiner trotzigen oder hilflosen Kind-Rolle verharrt und keine Verantwortung übernimmt. Dieses Machtspiel können Sie verhindern, wenn Sie Ihren Gesprächspartner immer wieder auf der Ebene des Erwachsenen-Ichs ansprechen und ihn damit für eine gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe motivieren.

Weiter geht es in acht Tagen. Schauen Sie vorbei. Sie sind herzlich eingeladen.

Über den Autor:

Die Sprechwissenschaftlerin Susanne Völker berät ihre Kunden zu den Themen Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit. Ihr Leistungsspektrum umfasst die Produkte Moderation, Teamaktivierung, Führungsberatung, Rhetorikcoaching und Stimmtraining. Seit 1999 ist sie für die DGQ als Autorin und Trainerin für sozial-kommunikative Themen in verschiedenen Lehrgangsblöcken tätig und gibt didaktische Impulse. Für die DGQ entwickelte und leitet sie u.a. das Seminar QM-Teams führen ohne Weisungsbefugnis.

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