DGQ-Glossar Digitalisierung: Industrie 4.02 | 12 | 19

Industrie 4.0 ist ein Kunstbegriff, mit dem die vierte industrielle Revolution von Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft ausgerufen wurde. Dabei geht es kurz gesagt um die Digitalisierung von industriellen Abläufen. Industrielle Prozesse werden eng mit zukunftsweisenden Technologien aus der Informations- und Kommunikationstechnik verbunden und sollen so den Standort Deutschland und deutsche Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig machen.

Mithilfe von Industrie 4.0 soll es ermöglicht werden, Produkte und Prozesse von der Idee bis hin zur Fertigung und darüber hinaus zu optimieren. Die intelligente Vernetzung von Menschen und Maschinen liefert unterschiedliche Vorteile. Die Unternehmen, die an der Fertigung eines Produktes beteiligt sind, können durch Vernetzung einzelne Arbeitsschritte schneller und vorausschauender aufeinander abstimmen. Produkte werden individualisiert und besser auf den Konsumenten zugeschnitten. Einerseits durch die Auswertung von Nutzerdaten, andererseits durch eine erhöhte Wirtschaftlichkeit in der Produktion.

Produktionsanlagen sind im Rahmen der Industrie 4.0 z.B. in der Lage zu kommunizieren, wenn sie neue Arbeitsmaterialien benötigen, oder sie melden frühzeitig, wenn Wartungsarbeiten notwendig sind. So werden nahtlose Produktionsprozesse möglich, da menschliche Servicekräfte eingreifen können, bevor es zum Ausfall der Produktionsanlage kommt. Maschinenausfälle, Kosten und Wartungszeit werden dank Informationstransparenz minimiert. Doch Industrie 4.0 bezieht sich nicht ausschließlich auf den industriellen Bereich, sondern umfasst auch die Felder Gesundheit, Mobilität und Klima. Beispiele dafür sind selbstfahrende Autos, Roboter, die Fachkräfte in der Pflege unterstützen, sowie elektronische Patientenakten.

Kritikpunkte an Industrie 4.0 sind unter anderem moralische Fragen wie die Substitution von Fachkräften durch Maschinen, sowie das Risiko, dass Maschinen komplexe Vorgänge fehlinterpretieren oder Angriffen durch Hacker zum Opfer fallen könnten. Zusätzlich werden der hohe Kostenaufwand sowie die Gefahr des ‘gläsernen Bürgers’ als Kritik genannt.

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