DGQ-Brennpunkt: „Pflege im Umbruch – bleibt die Qualität auf der Strecke?“ – Interview mit Holger Dudel10 | 10 | 19

Pflege im Umbruch – bleibt die Qualität auf der Strecke? Das ist die zentrale Frage beim ersten DGQ-Brennpunkt zum Thema „Qualität der Pflege“ am 3. Dezember 2019 in Berlin. Die Veranstaltung bietet Fach- und Führungskräften aus der Branche eine neutrale Plattform zum kritischen Expertenaustausch. Mit dabei ist z.B. Professor Klaus Wingenfeld, der den neuen „Pflege-TÜV“ maßgeblich mitentwickelt hat.

Im Interview erklärt DGQ-Projektleiter Holger Dudel, warum sich die DGQ mit dem Thema Pflegequalität beschäftigt, und was die Teilnehmer des Brennpunktes erwartet.

 

 

Warum beschäftigt sich die DGQ mit dem Thema Qualität in der Pflege?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe, zwei Hauptperspektiven. Das eine ist die Außensicht. Ich habe verfolgt, was da vor einiger Zeit bei der IAA passiert ist, die Demonstrationen zum Klimawandel. Und mir ist noch gut in Erinnerung: 2016 gab es den Koalitionsvertrag, bei dem auf jeder Seite das Wort Digitalisierung stand und ich glaube, es handelt sich hierbei um Mega-Themen, die uns nicht nur jetzt beschäftigen, sondern auch in der Zukunft. Die Pflege gehört da ganz sicher dazu.
Wir wissen nicht, wie wir eine alternde Bevölkerung und die größere Zahl von alten Menschen in den westlichen Industrienationen mit immer weniger jüngeren Menschen versorgen sollen. Dazu soll der Brennpunkt einen neuen Impuls geben.
Das Zweite ist die Innensicht. Wir haben viele Mitglieder aus dem Gesundheitsbereich und auch sehr viele eben aus der Pflege und denen wollen wir sagen „Hallo, wir – die DGQ – machen was für die Pflege und wollen euch dabei mitnehmen.“

Was ist die Idee hinter dem DGQ-Brennpunkt Qualität der Pflege?

Der Titel des Brennpunkts sagt eigentlich schon, worum es geht: Es geht um die Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege. Und ich glaube, die DGQ hat da viel einzubringen. Außerdem muss man sagen, dass es buchstäblich in der Pflege brennt – Personalmangel, Pflegenotstand – ich will das nicht alles aufzählen, das geht sowieso durch die Presse.
Das zweite ist: Wir gründen mit dem Brennpunkt einen Fachausschuss. Da werden Experten zusammenkommen und in Zukunft die DQG in Fragen zur Pflege beraten.

Was erwartet die Teilnehmer?

Wir haben uns Gedanken gemacht: Was ist denn wichtig bei unserem Ziel, etwas Neues für die Pflege zu bringen? Zunächst haben wir Professor Wingenfeld für einen Vortrag zu einer Bestandsaufnahme der Qualität in der Pflege gefunden. Herr Wingenfeld ist maßgeblich an dem neuen Pflege-TÜV beteiligt. Dann wird es weitergehen mit Technikunterstützung in der Pflege und den Möglichkeiten dafür, wie das budgetiert wird. Als ganz wichtigen Punkt aus meiner Sicht, wenn es um Qualität in der Pflege geht, haben wir die Angehörigenvertreter dabei. Und schließlich werden wir auch hören, was die DGQ denn für Ideen hat, neu zu denken.

An wen wendet sich der DGQ-Brennpunkt?

Der Brennpunkt – ganz einfach – wendet sich an Menschen, die mit uns interessiert sind, das Pflegethema neu aufzusetzen und die Qualität in den Mittelpunkt zu setzen. Also ein breites Fachpublikum.

Was trägt die DGQ zur Diskussion um die Qualität der Pflege bei?

Die DGQ ist kein Leistungserbringer, hat nicht den Druck, mit Kosten umzugehen in der Pflege, stellt kein Pflegepersonal. Ist also mit anderen Worten ein unabhängiger Player in dem Feld. Die DGQ will die Sichtweisen der Interessengruppen in der Pflege integrieren und damit eine neue Sichtweise, eine integrierte Sichtweise, auf die Qualität in der Pflege bringen.

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