Datenqualität – ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Industrie 4.012 | 09 | 18

Unternehmen können dank Industrie 4.0 viele Arbeitsschritte automatisieren. So entsteht eine weitgehend selbstorganisierte Produktion und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens steigt. Industrie 4.0 – sie bietet Firmen und Unternehmen eine große und umfassende Chance. Doch ein wichtiger Erfolgsfaktor liegt im Detail, denn korrekte Daten werden wichtiger denn je.

Industrie 4.0: Daten sind der Schlüssel zum Erfolg

Mit der Digitalisierung verändern sich Prozesse im Unternehmen grundlegend. Der Vertrieb kann jederzeit überprüfen, ob eine Maschine an einem anderen Standort noch Kapazitäten frei hat und auch, ob noch genügend Materialien im Lager zur Verfügung stehen. Informationen können schnell und unkompliziert abgerufen werden – unabhängig von Ort und Zeit.

Zudem bilden die Informationen die Grundlage für alle Automatisierungsprozesse. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Industrie 4.0 liegt demnach in einer verlässlichen Datenbasis. Nur wenn alle Maschinen und Systeme auf korrekte Informationen zugreifen können, werden Prozesse zuverlässig „von selbst“ ablaufen und optimale Ergebnisse liefern.

Welche Datenarten werden unterschieden?

Alle Daten, die in einem Unternehmen im Umlauf sind, lassen sich in zwei Arten unterteilen: in Stammdaten und in Bewegungsdaten. Zu den Stammdaten zählen Informationen, die sich in der Regel nicht verändern, wie beispielsweise:

  • Materialnummern
  • Werkzeuge
  • Fertigungsanlagen
  • Namen, Adressen und Telefonnummern von Kunden

Als Bewegungsdaten bezeichnet man hingegen die Daten, die sich fortlaufend ändern. Es kann sich dabei zum Beispiel um variable Daten aus Bestellungen, Verträgen oder Beständen handeln:

  • Bestelltes Produkt
  • Zahlungsmethode
  • Produktpreis
  • Bestellmenge
  • Rabatt
  • Lagerbestand

Alle Prozesse, die in einem Unternehmen ablaufen, nutzen diese Daten. In der Industrie 4.0 erfolgt der Zugriff zu großen Teilen autonom, wodurch die Richtigkeit und Vollständigkeit aller Stamm- und Bewegungsdaten immer wichtiger wird.

Warum ist die Datenqualität so wichtig in der Industrie 4.0?

Mit der Automatisierung fallen viele Kontrollelemente weg und die Zuverlässigkeit der Daten wird wichtiger denn je. Ohne automatisierte Prozesse kann z. B. noch rechtzeitig auffallen, wenn aufgrund einer fehlerhaften Warenbestellung das falsche Material geliefert worden ist. Ohne automatisierte Prozesse kann eine inkorrekte Materiallieferung auf Grund einer falschen Bestellnummer meist noch rechtzeitig bemerkt werden. Ein Maschinenführer kann nach Bemerken beispielsweise noch eingreifen und den Fehler beheben, bevor das Material weiterverarbeitet wird.

Durch die Industrie 4.0 ist eine weitgehend automatisierte Produktion geschaffen, in der solche Fehler nicht mehr korrigiert werden. Es entstehen ganze Prozessketten, in denen schon ein einziger, falsch angelegter Datensatz an anderen Stellen weitervererbt werden kann. Er führt zu vielen verschiedenen Folgefehlern und letztlich auch Folgekosten. Eine hohe Datenqualität ist daher das A und O.

Welche Vorteile bringen gut gepflegte Daten?

Wer die Datenpflege gewissenhaft betreibt, profitiert im Ergebnis nicht nur von einer fehlerfrei ablaufenden Prozesskette, sondern kann auch mit wenigen Klicks umfassende Statistiken erstellen. Diese können dann wiederum dazu genutzt werden, alle Arbeitsschritte noch effizienter und kostengünstiger zu gestalten.

Auch individuelle Kundenwünsche sind kein Problem, wenn die Datenbasis stimmt. Das Erstellen von auf den Kunden perfekt zugeschnittenen Angeboten und Dienstleistungen ermöglicht zudem neue Serviceleistungen, was wiederum eine stärkere Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zur Folge hat.

Optimierung der Datenqualität ist ein fortlaufender Prozess

Eine optimale Datenqualität kann nicht in einem einmaligen Prozess erreicht werden, sondern fordert regelmäßiges Engagement. Tag für Tag kommen neue Stamm- und Bewegungsdaten im Unternehmen hinzu, die Fehler aufweisen können. Es gilt diese in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. In Fachkreisen spricht man daher nicht nur von „make it clean“, sondern vor allem auch von „keep it clean“.

ERP-Systeme & Qualitätsmanagement einsetzen

Hand in Hand mit der Industrie 4.0 sollte immer ein Enterprise Resource Planning (ERP)-System gehen. Hier werden Daten automatisch in einheitlichen Formaten gespeichert, was Fehler deutlich reduziert. Die Erfolgsformeln eines ERP-Systems lauten dabei „make it clean“, aber auch „keep it clean“.

In dem ERP-System werden Daten weitgehend automatisch gespeichert, sodass keine manuellen Übertragungsfehler auftreten. Es wird empfohlen, ein modernes ERP-System in Verbindung mit einem Datenqualitätsmanagement-System zu nutzen. Dabei exportieren Unternehmen Daten entweder aus dem ERP-System und lassen Sie im Datenqualitätsmanagement-System prüfen oder das System wird mit zusätzlichen Datenqualitätsmanagement-Modulen erweitert.

Dank des Datenqualitätsmanagements werden leere Felder, widersprüchliche Daten oder andere Auffälligkeiten identifiziert und die Fachbereiche können sie korrigieren. Die Qualität der Stammdaten nimmt auf diese Weise deutlich zu.

Worauf sollten Unternehmen bei der Einführung eines ERP-Systems achten?

  • Das ERP-System sollte auf neue Anforderungen flexibel reagieren, also verändert werden können.
  • Das ERP sollte mit Drittlösungen, wie einem Datenqualitätsmanagement-System, kompatibel sein.
  • Die Daten sollten in einheitlichen Formaten gespeichert werden.

Neue Stammdaten von Beginn an optimal anlegen

Unternehmen sollten einen Workflow erarbeiten, mit dem neue Stammdaten in das ERP-System übertragen werden. Für eine hohe Datenqualität ist es unerlässlich, Informationen von Beginn an zuverlässig abzuspeichern. Zudem stellt sich die Frage: Was geschieht mit Daten, die nicht mehr benötigt werden? Wie erfolgt die Archivierung?

Wer seine Daten sauber hält und von unnötigem Ballast befreit, schafft eine wichtige Grundlage für alle Prozesse, die mit der Industrie 4.0 einhergehen.

Fazit: Datenqualität ist ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg

Wer die intelligente Vernetzung von verschiedenen Prozessen nutzen will, muss eine optimale Datenqualität gewährleisten. Nur so kann das Potential, das die Industrie 4.0 bietet, voll ausgeschöpft werden – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Verkauf. Ein modernes ERP-System und ein gutes Datenqualitätsmanagement sind dabei eine optimale Unterstützung.

Über den Autor:

Seit 2007 im Marketing der SelectLine Software GmbHtätig, gehört Tobias Ambrosch Business-Leidenschaft den Themen rund um die Prozessoptimierung in kleinen und mittleren Unternehmen durch optimal angepasste ERP-Software und Warenwirtschaftssysteme. Dazu gehören immer mehr auch die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0.

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