Vom Studium zum Beruf: ein Weg ins Qualitätsmanagement30 | 07 | 21

Eine Karriere im Qualitätsmanagement – ein Ziel, zu dem viele Wege führen. Nicht wenige kommen als Quereinsteiger in den Beruf und erlangen durch Weiterbildungen das benötigte Wissen, doch auch ein Studium wie das des „Quality Engineering“ der Provadis Hochschule, der Technischen Akademie Esslingen und der DGQ ermöglicht einen Einstieg ins Qualitätsmanagement.

Im Interview im vergangenen Jahr berichtete Absolventin Sarah Mayer von ihren Erfahrungen mit dem Masterstudiengang. Heute erzählt sie, wie sich ihr Berufsweg seitdem entwickelt hat und wohin die Reise noch gehen soll.

Wie sieht Ihr aktueller Job bzw. Tätigkeitsbereich aus?

Ich bin aktuell als stellvertretende Qualitätsleiterin der RÖHM GmbH für verschiedene Bereiche rund um das Thema Qualität verantwortlich. Dazu gehört die Pflege und Weiterentwicklung des QM-Systems sowie die Durchführung und Begleitung von Audits und Zertifizierungen. Auch Interne Fehler- und Prozessanalysen sowie daran anschließende Verbesserungsprozesse gehören zu meinem Tätigkeitsbereich. Hin und wieder betreue ich auch konkrete Qualitätsprojekte, aktuell z.B. die Überholung des SPC-Überwachungstools in der Serienfertigung.

Wodurch entstand Ihr Interesse für das Thema Qualität?

Wie die meisten Qualitäter bin ich da irgendwie reingerutscht. Ich habe meinen Bachelor im Bereich International Management und Unternehmensführung im Rahmen eines dualen Studiums gemacht. Mein Vorgesetzter wollte damals gerne einen Bachelorstudenten in der Qualitätsabteilung einsetzen, sodass ich die Stelle dort besetzt habe. Im Rahmen dessen habe ich Schulungen und Personenzertifikate zum internen Auditor und QMB gemacht und direkt festgestellt, dass das Thema Qualität genau meins ist. Mein Masterstudium Quality Engineering hat dann meine Ansicht bestätigt, dass ich in diesem Bereich „zu Hause“ bin und es das ist, was ich zukünftig machen möchte.
Meiner Meinung nach gibt es zwei Stellen, die den Blick über alle Bereiche in einem Unternehmen haben: die Geschäftsführung und das Qualitätsmanagement. Ich fand es von Anfang an klasse, dass man als Qualitätsmanager mit allen Bereichen in Berührung kommt, und meine Begeisterung hat seitdem nicht nachgelassen.

Welche im Studium erlernten Kompetenzen helfen Ihnen im Berufsalltag?

Die Basics, die einem im Studium vermittelt werden, sind auch im Berufsalltag immer wieder präsent und nützlich, beispielsweise verschiedene Qualitätsmethoden und –Techniken sowie diverse Analysetools. Da diese im Studium immer wieder Thema waren, hat man bei der späteren Anwendung in der Praxis mehr Sicherheit.

Nicht zu unterschätzen sind auch rechtliche Themen, um die man im Qualitätsmanagement nicht herumkommt. Ich beschäftige mich regelmäßig mit Produkt- und Produzentenhaftung sowie Produktsicherheitsgesetzen, da bin ich froh um meine Vorlesung zum Thema Recht, die mir ein gutes Grundwissen vermitteln konnte.

Am hilfreichsten waren aber vermutlich die diversen Fallstudien, die wir im Laufe des Studiums immer wieder durchgeführt haben. Dort haben wir geübt, potentielle Probleme zu identifizieren, zu analysieren und Lösungen zu finden – eine Kompetenz, die unerlässlich ist, um Qualitätsthemen im Unternehmen zu bearbeiten.

Welche Themen beschäftigen Sie im Qualitätsmanagement gerade besonders?

Corona ist natürlich immer noch ein Thema und damit einhergehend auch die neuen Herausforderungen. Ich beschäftige mich also unter anderem gerade damit, wie wir mit weniger Kapazität, die wir aufgrund von Kurzarbeit haben, dennoch die gleiche Prozess- und Produktqualität gewährleisten. Dazu gehört auch, Arbeitsschritte für Mitarbeitende leichter oder schneller zu gestalten, ohne dass etwas Wichtiges vergessen oder weggelassen wird.

Auch das Thema Remote Audits ist für uns sehr relevant. Hier bemühe ich mich, zum Beispiel auch mal den Standortleiter oder die Q-Verantwortlichen Auditor „spielen zu lassen“, anstatt nur Checklisten abzuarbeiten. So entwickeln wir uns und unsere Audits weiter und nutzen die Chancen der neuen Situation.

Die größte Herausforderung aktuell ist jedoch das Thema Qualitätskultur bzw. Qualitätsbewusstsein im Unternehmen. Wichtige Fragen wie „Wie beeinflusst meine Tätigkeit den Erfolg des Unternehmens?“ oder „Wer ist mein Kunde und welche Anforderungen hat er an das Produkt, das ich ihm liefere?“ helfen dabei, sich besser in Kunden-Lieferantenbeziehungen oder auch in das Qualitätsverständnis des Unternehmens zu denken. Diese Einstellung in einer etablierten Unternehmenskultur zu verankern und das Qualitätsbewusstsein aller Mitarbeiter zu stärken, wird uns mittel- und langfristig im Qualitätsmanagement auf jeden Fall begleiten.

In welche Richtung soll Ihr Karriereweg zukünftig noch gehen?

Seit dem Sommersemester 2021 bin ich selbst Dozentin für den Masterstudiengang Quality Engineering und lehre Projekt- und Risikomanagement. Nun auf der „anderen Seite“ zu stehen und meine eigene Praxiserfahrung einfließen zu lassen, macht mir großen Spaß. Ich könnte mir sogar vorstellen, zukünftig noch mehr Vorlesungen zu halten und mehr Verantwortung als Dozentin zu übernehmen.

Was meinen Beruf als stellvertretende Qualitätsleiterin angeht bin ich aktuell sehr zufrieden. Solange ich im Bereich Qualität neue Herausforderungen sehe und Aufgaben habe, die mich reizen, freue ich mich, Qualitäterin zu bleiben und mich weiterzuentwickeln.

 

Mehr zum Masterstudiengang Quality Engineering erfahren Sie hier.

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