Qualität in Projekten: Standards und Umsetzung12 | 08 | 15

Projekt- und Qualitätsmanagement haben nicht selten Verständigungsschwierigkeiten. Aus diesem Grund hat die DGQ zusammen mit der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) einen Fachkreis gegründet. Er trägt den Titel „Qualität und Projekte“ und hat das Ziel, das Zusammenspiel beider Disziplinen zu verbessern. Im ersten Schritt haben die Mitglieder konkrete Beispiele für typische Missverständnisse gesammelt. Letzte Woche ging es um das Thema Erosion der Anforderungsqualität. Heute stehen Konflikte zwischen Standards und Umsetzung im Fokus.

Konflikte zwischen Standards und Umsetzung

Projektmanager: Was nützt es, Standards im Projekt umzusetzen? Es kostet nur Aufwand. Was sagt ein Reifegrad aus? Kann daraus ein monetärer Nutzen abgeleitet werden? Meine Projekte sind einmalig und dynamisch. Standards sind starr und passen nicht zur Realität.

Lösungsansatz

Wichtig für die Akzeptanz von Standards ist ein ausreichender Detaillierungsgrad, der zu den Erfahrungen passt.

Die Führungskräfte (Linienmanagement) und das Projektteam sollten absichern, dass alle Beteiligten die notwendigen Standards verstehen (Texte und deren Bedeutung für das Projekt). Wenn sinnvoll, sollten diese Auslegungen ins Projekt-Handbuch eingehen.

Der Projektmanager ist getrieben durch Prioritäten: Was ist wichtig und dringend? Standards wollen diesen Ansatz aufbrechen und Probleme präventiv verhindern. Das

Einhalten von Standards kann zu Zielkonflikten führen (z.B. mit den Terminen). Diese Konflikte zu erkennen und zu lösen ist Bestandteil des Stakeholder-Managements.

Multiprojektmanagement akzeptiert leichter Standards, als Einzelprojekte. Der Nutzen kommt in diesem Fall für alle sichtbar zum Tragen.

Hinweis

Um Akzeptanz von internen Standards zu erreichen, müssen die Standards für die tägliche Arbeit geeignet sein. Anpassungen über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) müssen zeitnah erfolgen. Eine ausreichende Stabilität der Prozessdefinition muss aber auch gewährleistet sein.

Werden Standards projektspezifisch angepasst, so erfolgt das einvernehmlich unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen.

Über den Autor:

Thomas Dörr ist Sprecher des gemeinsamen Fachkreises „Qualität und Projekte“ der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) und der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM); bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ist er sowohl in Projekten als auch im Qualitäts- und Prozessmanagement tätig.

fk-qp@gpm-ipma.de

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