Notfallprävention? Mehr als ein Notfallplan ist oft nicht drin!10 | 03 | 15

Krankenhaus

Die Debatte, wie sie derzeit etwa zur Schärfung des „risikobasierten Denkens“  im Zuge der ISO 9001-Revision geführt wird, ist natürlich nicht neu. Es wird damit aber der Scheinwerfer auf ein Kerngeschäft von Managementsystemen generell gerichtet: Risiken managen.

In Organisationen mit einer ausgeprägten Sicherheitskultur werden Risiko- und Notfallmanagement sowie das Business Continuity Management (BCM) immer häufiger als natürliche Partner verstanden. So trägt man den starken Wechselbeziehungen Rechnung, die in den unterschiedlichen Perspektiven auf das bereichsübergreifende Querschnittsthema Organisationssicherheit angelegt sind.

Die Not kommt mit dem Vorfall

Bei Eintritt eines Notfalls gilt es zum einen, umsichtig auf die akute Situation zu reagieren, die Personen-, Umwelt- oder Sachschäden zur Folge haben kann. Zum anderen sind etwaige Effekte auf kritische Geschäftsaktivitäten in den Griff zu bekommen. Das erfordert eine vorgelagerte Auseinandersetzung mit den Schadenspotentialen und der Wertsicherung innerhalb der Organisation.

Dabei führt eine differenzierte Analyse von Prozessen zu den jeweils spezifischen Anforderungen hinsichtlich der erforderlichen Notfallmaßnahmen. Der nach Schema F aufgebaute Notfallplan, den es – qua Anforderung – eben geben muss, reicht da oft nicht aus.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Festlegung von Abläufen und Zuständigkeiten in einem Notfall ist ein wichtiges Element des planvollen Umgangs mit Notfallsituationen. Nur erschöpft sich dieser nicht darin. Wie eine Checkliste, die nicht nur stupide abgehakt, sondern situativ und ernsthaft hinterfragt wird, birgt die Notfallplanung als Instrument der Organisationsanalyse interessante Möglichkeiten.

Das nächste System oder mehr Aufmerksamkeit

In den in der Praxis genutzten Managementsystemen sind bereits eine Vielzahl von Ansätzen vorhanden, die  es sich in punkto Risikosensibilität und Notfallbewältigung zu schärfen und weiterzuentwickeln lohnt. Über die durch Gesetzte, Normen oder andere Vorgaben geregelten Managementsysteme hinaus, sei hier unbedingt auch an die quasi-natürlichen Formen des Managements erinnert.

Gemeinsam Ausnahmesituationen üben, Notfallpläne ausführen und das dabei gewonnene Wissen nutzen, kann von großem Wert für die Organisation sein – mit klar kalkulierbarem Aufwand realisierbar ist es noch dazu.

Das Forschungsprojekt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert InnoGeSi.net. Die DGQ arbeitet im Rahmen des interdisziplinären Verbundforschungsprojektes an aktuellen Ansätzen zu Risiko- und Notfallmanagement sowie BCM.

Über den Autor:

Malte Fiegler arbeitet im Team Innovation & Transformation der DGQ zu organisationalen Prozessen und Akteuren. Themen, die den Sozialwissenschaftler dabei besonders beschäftigen, sind der unternehmerische Umgang mit Unsicherheit und die Arbeit der Zukunft. Als Untersuchungsgegenstand, Forschungspartner und Adressat der Ergebnisse spielt bei diesen Aktivitäten das diverse Netzwerk der DGQ eine gewichtige Rolle.

mf@dgq.de 0 69 954 24-255

Ein Kommentar bei “Notfallprävention? Mehr als ein Notfallplan ist oft nicht drin!”

  1. cf57e07c93a749e680da72ff0625fd6b helper sagt:

    Danke für den wertvollen Beitrag zum Notfallmanagement. Notfallübungen sind wichtig und sollten regelmässig stattfinden.

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