Moderiertes Auditgespräch11 | 03 | 15

Eine Variante des Audits durch die internen Kunden ist das moderierte Auditgespräch. Hierin tritt der (erfahrene) interne Auditor als neutraler Moderator auf. Außerdem können Sie neben den internen Kunden auch interne Lieferanten zum Auditgespräch einladen.

 

Audit

 

Wie geht das?

Im Rahmen der Auditplanung werden für den zu auditierenden Aufgabenbereich / Prozess neben den Mitarbeitern aus diesem Aufgabenbereich auch Vertreter der internen Kunden und/oder Lieferanten eingeladen.

Der interne Auditor ist hier als neutraler Moderator im Einsatz. Seine Aufgabe ist es, ein Gespräch über die zu auditierende Aufgabe in Gang zu bringen. Mit den richtigen Fragen kommt erfahrungsgemäß schnell eine Diskussion in Gang. Mitarbeiter diskutieren dann offen über ihre Arbeit. Hier kann der Auditor  gute Ansätze herausziehen und zum Beispiel am FlipChart dokumentieren. Ebenso offen werden die Punkte angesprochen, zu denen die Mitarbeiter Verbesserungen einfordern. In eine Runde mit Vertretern aller Prozessbeteiligten kann der Auditor oft auch gleich Maßnahmenvorschläge zu diesen Punkten notieren.

Tipps für die Auditpraxis

Was ist Ursache und was ist Wirkung? Benötigt man für ein solches offenes Gespräch eine entsprechende Kultur im Umgang mit Fehlern? Oder fördert ein solches Audit die Entwicklung zu einem konstruktiven Umgang? Beides stimmt sicher ein Stück weit. Der interne Auditor kennt aber seine Organisation und muss sich aus der Normenecke herausbewegen, damit er etwas bewegen kann. Trauen Sie sich!

Welche Fragen eignen sich, um die Diskussion in Gang zu bringen? Hier ein paar Beispiele:

  • Welches sind die wesentlichen Ergebnisse Ihrer Arbeit (des betrachteten Prozesses)?
  • Wer ist Empfänger dieser Ergebnisse (Informationen, Produkte, ..)
  • Wie zufrieden sind Sie als interner Kunde? Bekommen Sie z. B. Infos zeitgerecht und vollständig?
  • An welchem Punkt beginnt Ihre Aufgabe? Was ist der Anstoß?
  • Welche Eingaben, Informationen benötigen Sie?
  • Wer sind die internen Lieferanten für diese Eingaben ?
  • Wie schätzen Sie Qualität, Termineinhaltung, …. dieser Lieferungen bzw. Zuarbeit ein?

Die Fragen orientieren sich im Wesentlichen an dem Prozessmodell.  Sie können deshalb sehr gut auch das „Turtle“ genannte Prozessmodell der Automobilindustrie dem Gespräch zugrunde legen. Am nächsten Mittwoch wird das Turtle-Modell beschrieben.

Über den Autor:

Nach einer Ausbildung zum Fluggerätmechaniker und Maschinenbaustudium war Michael Weubel als Qualitätsingenieur bei einem Hersteller von Nickelbasislegierungen tätig (Schmelzbetrieb und Weiterverarbeitung von Federlegierungen und Magnetlegierungen). Nach seinem Wechsel zur Deutschen Gesellschaft für Qualität war er u.a. für die Konzeption der Lehrgänge zum Qualitätsmanagement und für die Auditorenausbildung zuständig. Ab 2002 übernahm er neben der Rolle des QMB auch Verantwortung für den Ausbau des Angebots von Inhousetrainings. Von 2009 an betreute er als Leiter Landesgeschäftsstelle Mitte die DGQ-Regionalkreise in der Region und war Ansprechpartner für DGQ-Mitgliedsunternehmen. Seine Erfahrungen, auch aus DQS-Audits, EFQM-Assessments, Training und Beratung, stellt Michael Weubel seit 2015 als Key Account Manager den Kunden der DGQ Weiterbildung GmbH zur Verfügung.

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