Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!11 | 01 | 24

Skizze, Malen, Künstler, Zeichnung, Bild

Bilder sind für ein erstes Verständnis und den Abbau von Hemmschwellen effektiv, da sie emotionale Reaktionen hervorrufen und die Dringlichkeit von Themen wie Nachhaltigkeit betonen können. In der Praxis, wie im Qualitätsmanagement, erleichtern sie das Verständnis von Arbeitsanweisungen, überwinden Sprachbarrieren und dienen als universelles Kommunikationsmittel, um Ideen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zu vermitteln. Sie ergänzen Texte und tragen dazu bei, komplexe Informationen zugänglicher zu machen.

 

Der Kern der doppelten Wesentlichkeit ist das Verständnis darüber, welche Auswirkungen die Organisation auf das Klima hat und umgekehrt. Erklärung auf 7 Seiten s. hier

 

Und – haben Sie auf den Link geklickt, um die doppelte Wesentlichkeit zu verstehen, oder haben Sie sich die Illustration angeschaut?

Die neurologische Erklärung dahinter

Neurologisch betrachtet verarbeitet das Gehirn visuelle Informationen auf eine spezielle Weise. Visuelle Reize werden parallel verarbeitet, während das Lesen von Text sequenzielle Verarbeitung erfordert. Dadurch werden Bilder schneller erkannt und verstanden.

Bilder lassen sich besser erinnern und abrufen. Visuelle Reize aktivieren verschiedene Bereiche im Gehirn. Dazu gehört der visuelle Kortex, die Gedächtniszentren und Emotionszentren. Die Verbindung verschiedener kognitiver Prozesse kann zu einem tieferen Verständnis aufseiten des Rezipienten führen.

Visualisierung des Themas Nachhaltigkeit: Verständnis, Transparenz und Nachverfolgbarkeit steigern

Im Bereich der Nachhaltigkeit, einem Feld komplexer und oft unerforschter Zusammenhänge, unterstützen Visualisierungen wie Comics und Flipcharts Qualitätsmanager dabei, kreative Denkprozesse und neue Perspektiven zu fördern. Sie ermöglichen es, Verbindungen zwischen verschiedenen Konzepten herzustellen und tragen zu innovativem Denken bei. Für Qualitätsmanager bedeutet dies, über traditionelle Standards hinauszugehen und einen erweiterten Methodenkoffer zu nutzen, der Kreativität und vielfältige Perspektiven einbezieht, um nachhaltige Lösungen für die Organisation und zukünftige Generationen zu entwickeln. Visualisierungen können dazu beitragen, verschiedene Perspektiven und Bedenken dieser Gruppen besser zu verstehen und zu berücksichtigen.

Visualisierungen können Inspiration bieten, um innovative Ansätze für nachhaltiges Handeln zu entwickeln. Die Möglichkeit, Ideen visuell darzustellen, kann dazu beitragen, neue Wege zu finden, um nachhaltigere Produkte und Prozesse zu entwickeln.

Das Cynefin Modell zeigt die Besonderheiten von simplen, komplizierten, komplexen und chaotischen Herausforderungen, die auch parallel im Tagesgeschäft von Qualitätsmanagern und Nachhaltigkeitsbeauftragten vorkommen können. Jede der sogenannten Domänen erfordert andere Strategien. Zur situativen Verortung hilft es, diese zu kennen und sich bewusst zu machen:

Die Domäne ‘komplex’ ist eine Herausforderung auf Neuland. Der Weg entsteht beim Gehen. Wir probieren erst aus und analysieren dann iterativ. Die Domäne ‘kompliziert benötigt Experten. Es gibt Ursache-Wirkungsmechanismen, aber nicht alle Faktoren sind bekannt.

 

Die Domäne ‘Chaos’ erfordert sofortiges Handeln. Es brennt. Wir brauchen hier schnelle Entscheidungen in kurzer Zeit, Erfahrung und Mut. Die Domäne ‘simpel’ ist wie Fahrrad fahren. Alle Faktoren sind bekannt. Es gibt nur einen Weg (Best Practice). Hier kann ich als QM mit Standards arbeiten.

 

Bilder sorgen für Klarheit und bringen Dinge auf den Punkt. Das gilt sowohl für den Sender als auch für den Empfänger. Und Bilder können als Kommunikationsmittel dienen. Hier ist das erste Set der ESRS mit dem Organisationskompass erläutert.

Gemeinsam erstellte Bilder im Sinne des vereinbarten Ziels sorgen für Identifikation und Comittment. Versuchen Sie es doch mal mit dem „Actor Tree“ im Zuge Ihres Stakeholder Managements. Die Methode ist per Post-It beschrieben, sofort durchzuführen und nach einer Stunde ist das zusammen erarbeitete Ergebnis für jeden sichtbar, jede Stimme wurde gehört. So geht Transparenz, die Freude macht.

Egal ob ein Forschungsprojekt, wie in diesem Beispiel, oder eine Unternehmensvision. Visualisierungen laden zum Dialog ein. Platzieren Sie Visualisierungen in Ihren Besprechungsräumen oder im Eingangsbereich. Eine Visualisierung muss nicht alle Informationen abdecken. Sie ist eine Einladung für ein Gespräch und eröffnet Räume, die Sicht des anderen zu erfragen und als wertvolle Information zu integrieren.

Visualisierungen als Schlüssel

Visualisierungen können komplexe Inhalte verständlicher machen, zu leichter Sprache und Barrierefreiheit beitragen. Organisationen sind eingeladen, Visualisierungstechniken einzusetzen, um effiziente, effektive und inklusive Kommunikationswege zu schaffen, die Freude bereiten, Identifikation generieren und neue Wege eröffnen. Der Gedanke, zeichnerisch aktiv zu werden, mag für viele zunächst einschüchternd wirken. Aber das Zeichnen ist eine Fähigkeit, die leicht erlernt werden kann. Das einfache Skizzieren von Konzepten und Ideen kann eine leistungsstarke Methode sein, um komplexe Ideen zugänglich zu machen. Es muss keine Kunst sein, sondern eine klare Darstellung dessen, was Sie mitteilen möchten.

Mit Visualisierungen können Sie Ihre Ideen, Ziele und Strategien in Meetings und Diskussionen einbringen, ohne zu viel vorzugeben. Dies fördert die Einbeziehung verschiedener Stakeholder und ermöglicht es Ihnen, verschiedene Perspektiven zu sammeln, um bessere Entscheidungen im komplexen Feld der Nachhaltigkeit zu treffen.

 

Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager

In der Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager erlernen Sie wichtige Kenntnisse, um Nachhaltigkeit ins Managementsystem Ihres Unternehmens einzuführen. Verstehen Sie bereits heute, was ein Unternehmen morgen nachhaltig und zukunftsfähig macht. Dazu gehört auch das Verständnis und die Umsetzung von Forderungen von verschiedenen Stakeholdern und Interessengruppen, wie beispielsweise Gesetzgeber, Kunden oder innerbetrieblicher Anforderungen. Jetzt anmelden »

 

Über die Autoren:

Sandra Paul ist Textilingenieurin, Qualitätsmanagerin und Auditorin und sie steht für Managementsysteme, Methoden und Visualisierungen. Die Leidenschaft fürs Visualisieren hat sie vor zwei Jahren in einem Flipchartzeichnen Kurs für Anfänger entdeckt. Es ist ihr ein Anliegen, Unternehmen in ihrer nachhaltigen Entwicklung zu begleiten und dabei eine Balance zwischen Struktur und Freiheit zu halten. Mit ihrer Firma Visual Plot zeichnet sie wertebasierte Zukunftsbilder für Organisationen und Führungskräfte, die den sozial-ökologischen Wandel mitgestalten wollen. Darüber hinaus ist sie Gemeinwohl-Ökonomie Beraterin und gehört zum Leitungsteam des Fachkreises Nachhaltigkeit.

Prof. Dr. Linda Chalupová ist Nachhaltigkeitsexpertin, Autorin und zertifizierte Aufsichtsrätin mit den Kernkompetenzen wie nachhaltiges Wirtschaften, Managementsysteme und Leadership. Mit Ihrer Professur für Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Hochschule Fulda strebt sie an, die Wissenschaft und Praxis voneinander profitieren zu lassen und so möglichst zügig effektive Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung bereitzustellen. Vor ihrem Ruf verantwortete sie als HSEQ-Direktorin die Positionierung eines global agierenden Konzerns im Bereich Nachhaltigkeit. Ihr Profil rundet branchenübergreifende Erfahrung unter anderem in der Verpackungs- und Lebensmittelindustrie. Prof. Dr. Chalupová engagiert sich in mehreren Berufsverbänden, Gremien und Arbeitskreisen. Darüber hinaus ist sie auch Mitglied im Leitungsteam des DGQ-Fachkreises Nachhaltigkeit.

Über den Autor: DGQ-Fachkreis Nachhaltigkeit

Der DGQ-Fachkreis Nachhaltigkeit bietet eine entscheidende Plattform, über die wir Wissen teilen, gemeinsam lernen und Umsetzungsbeispiele für die Praxis erarbeiten und bereitstellen. Wir wollen damit einen Gestaltungsspielraum für engagierte Personen aus Organisationen bieten, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft, aber auch der eigenen Organisation bewusst sind. Dies gilt für die Gegenwart und die Zukunft. Somit vereinen wir Managementsysteme und Nachhaltigkeitsbestrebungen.

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