Nachhaltigkeit – Imagefaktor oder Zukunftssicherung?17 | 03 | 15

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist „in“: In der Politik wie in Unternehmen rühmt man sich des nachhaltigen Handelns. Es gibt Konzepte für nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeitsratings für Aktien- und Rentenfonds und Nachhaltigkeitslabel für Lebensmittel. Nachhaltigkeit als Imagefaktor kommt gut an – bei Wählern und Kunden. Allerdings hat sich der Begriff auch schon deutlich abgenutzt: Oftmals rollen die Augen, wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist. Mal wieder eine Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Und was damit gemeint ist, ist vielen auch nicht wirklich klar.

Nachhaltigkeit und ökonomische Verantwortung

Die zentrale Frage ist: Wie können heutige Entscheidungen und Handlungen auch auf lange Sicht der künftigen Generation nutzen bzw. ihr wenigstens nicht schaden? Es geht darum, mit allen Ressourcen – wirtschaftlich, sozial und ökologisch – verantwortungsvoll umzugehen.

Dass für Unternehmer die ökonomische Verantwortung ganz vorne steht, ist erst mal selbstverständlich: Kostenbewusstsein und Gewinnmaximierung sind Wettbewerbsfaktoren. Zum Erreichen dieser Ziele können Unternehmen versucht sein, ökologische und soziale Belange außer Acht zu lassen. Doch wer nachhaltig wirtschaften will und damit für sich und seine Produkte wirbt, darf nicht nur nach der Kosteneffizienz fragen. Er muss alle drei Faktoren – Ökonomie, Ökologie und Soziales – berücksichtigen.

Alles nur Greenwashing?

Es reicht eben nicht, nur den Müll zu trennen oder die Betriebstoilette mit Recycling-Toilettenpapier auszustatten. Die Verantwortung des Unternehmens geht viel tiefer. Umweltschutzmaßnahmen nutzen nicht nur der Umwelt, sondern der vorausschauende Umgang mit Ressourcen sichert dem Unternehmen langfristig die Grundlagen seiner Produktion. Wer seine Mitarbeiter auspowert, verliert qualifiziertes Personal. Wer aber die sozialen Belange der Mitarbeiter berücksichtigt und deren Gesundheit und Weiterbildung fördert, wird als attraktiver Arbeitgeber auch dem drohenden Fachkräftemangel trotzen können.

Natürlich gibt es auch Unternehmen, die sich mit „Greenwashing“ ein Öko-Image verpassen wollen, ohne wirklich nachhaltig zu wirtschaften. Doch sind immer mehr Konzerne, mittlere und kleinere Unternehmen bereit, Nachhaltigkeitskonzepte tatsächlich umzusetzen. Weil sie merken, dass es ihnen etwas bringt. Im Wettbewerb ist Nachhaltigkeit alles andere als Altruismus. Umweltschutz und Schonung der natürlichen Ressourcen sowie soziale Effizienz schlagen sich auch wirtschaftlich nieder, beispielsweise durch Kostensenkungen oder Sicherung von Lieferketten oder Absatzmärkten. Nachhaltiger Erfolg des Unternehmens sichert seine Zukunft und die seiner Mitarbeiter. Und ganz nebenbei wird auch noch das Image aufgebessert.

Über den Autor:

Agathe Brecht ist seit 2011 bei der DGQ und in der Abteilung Markt & Information als Wissensmanagerin tätig. In der Abteilung Markt & Information werden u. a. über Primärforschung (z. B. Onlinebefragung) und Sekundärrecherche für die DGQ relevante Themenfelder bearbeitet. Agathe Brecht verfügt über langjährige Erfahrung im Wissensmanagement und in der Informationsrecherche bei der Unternehmensberatung Bain & Company. Davor hat sie in verschiedenen Positionen im ifo Institut für Wirtschaftsforschung sowie bei der Deutschen Bundesbank gearbeitet.

ab@dgq.de 0 69 954 24-254

Ein Kommentar bei “Nachhaltigkeit – Imagefaktor oder Zukunftssicherung?”

  1. Sehr geehrte Frau Brecht,

    das ist ein interressanter Beitrag.

    Darf ich an der Stelle auf unseren Fachkreis QM und Nachhaltigkeit hinweisen.

    Herzlichst

    Janet Nagel

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