Marketing goes Qualitätssicherung – ein Erfahrungsbericht7 | 02 | 17

Praxissimulation im DGQ-Lehrgang Qualitätssicherung

Als ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, aus dem neuen Lehrgang „Qualitätssicherung“ zu twittern, war ich natürlich sofort begeistert. Doch kurz darauf kamen die ersten Zweifel: Ist das wirklich ein Thema, was ich als Marketing-Mensch verstehen kann? Und kann man da überhaupt irgendwas für Twitter verwenden?

Ich sah mir die Trainingsunterlagen an und war mir sicher: Das wird nix. Qualitätslenkungsplan, Messmittelfähigkeit, Prüfbescheinigung, Statistik und für mich kryptische Abkürzungen wie CgK, SPC und CAQ waren nichts, womit ich mich je beschäftigt hatte. Mit entsprechenden Bauchschmerzen sah ich also meiner Aufgabe entgegen, unsere Follower für dieses Thema zu begeistern.

Falls Sie sich jetzt fragen, warum ich überhaupt twittern sollte: Die Lehrgangsreihe „Qualitätssicherung“ wurde für 2017 komplett neu strukturiert, um den gewachsenen Anforderungen seitens Unternehmen und Teilnehmern gerecht zu werden. Den Start des ersten Lehrgangs „Qualitätssicherung im Produktionsumfeld – Grundlagen“ wollten wir deshalb entsprechend begleiten.

„Qualitätssicherer müssen kreativ sein, um eingefahrene Wege verlassen zu können!“

Als ich am Morgen des ersten Lehrgangstages den Veranstaltungsraum betrat, wurde ich direkt neugierig. Auf drei Tischen standen große Kisten, die mit viel Holz und anderen Materialien gefüllt waren. Können wir hier etwa basteln? Nach der Begrüßung durch den Trainer und den Produktmanager der DGQ ging es wider Erwarten sofort los. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt und sollten direkt mit einer Praxissimulation starten. Aufgabe: Der Aufbau einer Holzklotz-Produktion mit den bereitgestellen Materialien. Aus Marketing-Sicht war das Highlight dieser Produktion natürlich sofort ersichtlich:

Wenn Sie sich eine Weiterbildung in der Qualitätssicherung grau vorstellen (so wie ich, bevor ich eines besseren belehrt wurde), dann werden Sie von diesem Lehrgang positiv überrascht sein. Alleine die Praxissimulation war vor allem eines: bunt, interaktiv und kreativ. Mit vielen verschiedenen Holzklötzen, bunten Holzfiguren, Papier und Stiften bauten die Teilnehmer einen kompletten Produktionsprozess, vom Wareneingang bis zum Versand. Wie oft sich dieser Prozess während des Lehrgangs noch verändern würde, wussten die Teilnehmer zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Qualität = Kundenzufriedenheit

Zwischen den Gruppenarbeiten an der Praxissimulation und am DGQ-Holzklotz selbst war natürlich auch Zeit für theoretische Grundlagen. Aber auch die waren alles andere unverständlich oder gar langweilig. So lässt sich zum Beispiel die Bedeutung der Qualitätssicherung in der Produktion an der „Rule of Ten“ veranschaulichen. Hätten Sie gewusst, dass bereits in der Konstruktion 70-80 % der Kosten und Fehler ihren Ursprung haben?

Die Teilnehmer waren sich daher auch einig, dass die Qualität ihrer Produkte im Mittelpunkt stehen muss, damit die Kunden zufrieden sind und keine Fehler entdecken. So zum Beispiel auch beim Erstmuster: Nur was wirklich passt, sollte auch dem Kunden gezeigt werden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Dass Qualität aber kein starrer Begriff ist, wurde am Kano-Modell verdeutlicht: Steigende Kundenanforderungen führen zu steigenden Anforderungen an die Produktion. Oder würden Sie ein Smartphone für qualitätiv hochwertig erachten, dessen Akku nicht länger als 10 Minuten hält?

Wie die Qualität für den Kunden sichergestellt werden kann, lernten die Teilnehmer dann direkt. Anhand der Holzklotz-Produktion sollten Kundenanforderungen definiert und ein Qualitätslenkungsplan entwickelt werden. Danach folgte die Erstellung des Prüfplans. Was sich als gar nicht so einfach erwies, war, die Messmittelfähigkeit festzustellen. Da Holz von Natur aus eher weich ist, kann es je nach Nutzung von Messmitteln (zum Beispiel einem Messschieber) Messunterschiede geben. Damit gilt es umzugehen.

Das Wichtigste zum Schluss: Lernen macht Spaß, QS macht Späße!

Dank vieler großartiger Teilnehmer und einem wirklich humorvollen Trainer kam bei aller Theorie und Praxis der Spaß trotzdem nicht zu kurz. Zwischendurch war also immer mal Zeit für etwas QS-Bingo oder „QS-Abkürzungs-Rap“ 😉

https://twitter.com/DGQffm/status/823831431705227264

Ein besonderes Highlight für mich war natürlich, dass sogar ich das Gelernte sogar sofort in die Praxis umsetzen konnte:

Mein Fazit nach fünf Tagen Ausflug in die QS-Welt: Ich bin begeistert! Zum einen, weil meine Bauchschmerzen schon innerhalb weniger Minuten verschwunden waren, zum anderen, weil ich wirklich viel über „Q“ und die Bedeutung von QS dazugelernt habe. Nicht zuletzt aber, weil ich eine Woche innerhalb einer großartigen Gruppe von Teilnehmern verbringen durfte, die wahnsinnig engagiert an den Simulationen gearbeitet hat und vom gegenseitigen Austausch lebte. Ein wirklicher Gewinn!

Über den Autor:

Christiane Köppe-Schmidt ist Marketing Managerin bei der DGQ Weiterbildung GmbH. Sie beschäftigt sich mit allen Bereichen des Online-Marketings, dem E-Commerce und Social Media.

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