DGQ-Glossar Digitalisierung: Cloud Computing12 | 11 | 19

Unter Cloud Computing versteht man die Auslagerung von zentraler IT-Infrastruktur in eine dezentrale Cloud. Während früher alle Computer, Speicherplätze, Programme oder Dateien vor Ort sein mussten, um den Zugriff zu gewährleisten, ist heute die Nutzung „fremder“ Anwendungen und Rechenleistung problemlos über eine Cloud möglich. Den Anfang machte dabei dezentraler Speicherplatz, der von Anbietern im Internet bereitgestellt wurde. Dateien, die in einer solchen Cloud gespeichert sind, stehen für verschiedene Anwender zeitgleich an unterschiedlichen Orten bereit.

Industriezweige mit rechenintensiven Anwendungen benötigen nicht mehr zwingend eigene Rechenzentren vor Ort, sondern können die Ressourcen von Cloud-Dienstleistern nutzen. Auch Software wird mittlerweile häufig als Cloud-Dienstleistung angeboten. Die Anschaffung und Installation eines physischen Produkts auf nur einem Gerät ist oft nicht mehr nötig. Anstatt ein Programm für einen festen Preis zu kaufen, erwerben die Nutzer eine Lizenz zur Anwendung der Software für einen bestimmten Zeitraum. Da die Software auf einem Server des Cloud-Netzwerks installiert ist, sparen Anwender Speicherplatz auf Ihren eigenen Geräten. Auch müssen sich Unternehmen, die Clouds für Anwendungen oder Speicherplatz nutzen, nicht um die Instandhaltung und Pflege der Server kümmern.

Beim Cloud Computing wird unterschieden zwischen öffentlichen und privaten Angeboten. Die Dienstleistungen der Public Cloud sind für jedermann verfügbar und können für eine bestimmte Zeit gemietet und genutzt werden. Der Preis richtet sich dabei in der Regel nach den benötigten Ressourcen und für wie lange diese gemietet werden. Eine Private Cloud ist eine Plattform, die ausschließlich für ein einzelnes Unternehmen oder eine Organisation betrieben und auch nur von dieser genutzt werden kann. Hier zahlen diese für den gesamten Aufbau und Unterhalt der Infrastruktur, wodurch die Kosten konstant und nicht mehr abhängig von der tatsächlichen Nutzung sind.  Neben zahlreichen Vorteilen des Cloud Computings, wie Kostenersparnis und Standortunabhängigkeit müssen auch mögliche Risiken beachtet werden.  Vor allem die Frage nach der angemessenen Sicherheit sollte geklärt werden.  Werden sensible oder personenbezogene Daten in einer dezentralen Cloud gespeichert ist der Standort des Anbieters relevant. Befindet dieser sich im EU-Ausland, gelten beispielsweise keine europäischen Datenschutzrichtlinien.

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