So sieht’s aus: Ganz schön viel Veränderung19 | 03 | 21

Veränderung war und ist immer. Vor allem Veränderung in unseren Unternehmen. Und weil sie so tief in unsere Leben eingreift, hat sie uns auch immer in Wallung gebracht, einen sehr großen Teil unserer Aufmerksamkeit erhalten. Wenn nun aber allenthalben von einer Zunahme von Veränderung zu hören und lesen ist, stimmt das wirklich? Oder ist das eine unangemessene Dramatisierung?

Viel spricht dafür, dass Veränderungen insgesamt an Zahl und Intensität zunehmen, wenn auch nicht für jedes einzelne Unternehmen. Denn die Innovationsdynamik ist so hoch wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. Wir haben mehr Innovationen, mehr tiefe Innovationen (also Disruptionen) und eine schnellere globale Innovationsverbreitungsgeschwindigkeit als jemals zuvor. Und diese Innovationsdynamik löst eine enorme Veränderungsdynamik aus.

Immer wieder habe ich im letzten Jahr Kolleginnen und Kollegen im Netzwerk gefragt, ob in Ihren Unternehmen die Change-Projekte zugenommen haben. Die meisten stimmten zu. In großen und mittleren, mehr und mehr auch in kleinen Unternehmen ist irgendwo immer gerade Change. Daraufhin habe ich diese Grafik als Prinzipdarstellung erstellt.

Diese Beispielorganisation besteht aus nur 3 Bereichen: A, B und C. Alle können gleichzeitig stabil oder alle gleichzeitig in Veränderung sein, auch einzelne Bereiche, einer oder zwei von dreien und andere nicht.

Wenn Sie auf Ihre berufliche Laufbahn und Ihr Unternehmen schauen und für dessen Bereiche über längere Zeit eine solche Grafik aufbauen, was wird sie zeigen? Zeigt sie auch bei Ihnen einen Zuwachs der Veränderungsdynamik? Wenn das so ist, spricht das dafür, sich noch mehr und noch besser damit zu befassen, wie wir Change-Projekte handwerklich gut hinbekommen. Die Fähigkeit einer Organisation, Veränderung gut, also mit möglichst wenig Reibung und Widerstand sowie mit mehr positiven als negativen Effekten hinzubekommen, ist in dem Maße eine Schlüsselkompetenz geworden, wie die Frequenz und Intensität der Veränderungsprojekte steigt.

Und auch hier gilt – ein solches Bild sagt oft mehr als viele Worte. Zeigen sie intern doch wirklich einmal mit realistischer Zeitachse und hinreichend genauen Ausschlägen für Bereiche oder Standorte auf, ob und wie sich Veränderung in Ihrem Unternehmen verdichtet. Das verschafft eine neue Grundlage für die Diskussion von Change – und die resultierenden Anforderungen an das Qualitätsmanagement.

Über den Autor:

Benedikt Sommerhoff analysiert für die DGQ Trends und richtet die Themenarbeit des Vereins darauf aus. Mit Kolleginnen, Kollegen und Mitgliedern der DGQ arbeitet er an den Zukunftsthemen, die Wirtschaft und Gesellschaft und besonders das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung beeinflussen und prägen werden. Er hat an der RWTH Aachen Maschinenbau studiert, an der Bergischen Universität Wuppertal promoviert und ist seit 21 Jahren in unterschiedlichen Fach- und Führungspositionen für die Deutsche Gesellschaft für Qualität tätig.

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