Darf ich Sie ‘mal ‘was fragen? – Wie vermarkten Sie sich und das QM?25 | 05 | 22

Wäre Marketing Ihre große Stärke und Neigung, wären Sie dort wahrscheinlich auch tätig. Und umgekehrt. Nun sind Sie aber wahrscheinlich, wenn Sie den DGQ Blog lesen, Qualitätsmanagerin oder Qualitätsmanager oder in einer der anderen QM- und QS-Funktionen tätig. Hoffentlich, nein bestimmt, aus Neigung. Und weil Sie dafür wichtige spezifische Fähigkeiten einbringen. Kennen Sie sich zudem auch mit Marketing aus? Schön. Falls nicht, können Sie dafür hoffentlich auf die Kompetenz und Unterstützung anderer zugreifen. Denn in vielen Unternehmen sind Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung „erklärungsbedürftige Produkte“.

Wir blicken zumeist auf eine lange Zeit und viele Versuche der Kommunikation über Qualitätsmanagement und seiner internen Vermarktung zurück. Wie gut erklären wir unser „erklärungsbedürftiges Produkt“, unsere Dienstleistung? So gut, dass wir dafür starke Akzeptanz, intensive Nachfrage und hohe Zufriedenheit erhalten? Wie erfolgreich waren wir dabei, wenn wir heute beklagen, dass es an Qualitätsbewusstsein, Akzeptanz und Mitwirkung mangelt?

Welche Argumente fanden Anklang und welche nicht? Wie gelingt es uns, den Nutzen von Qualitätsmanagement für die Leitung, für Führungskräfte, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzuzeigen? Wenn das bisher nicht gelang, warum nicht? Verwenden wir ungeeignete Argumente? Oder gelingt es uns nicht, sie gut und zielgruppengerecht zu formulieren? Haben wir Nutzen aufgezeigt, den andere nicht sehen können oder wollen? Reiten wir auf Pseudonutzen herum? Haben wir berechtigte Kritik überhört oder abgewiesen, anstatt sie anzunehmen und darauf einzugehen? Was brauchen und was wollen unsere internen Kunden? Was nicht?

Was wäre, wenn wir unser Q-Marketing und die Q-Kommunikation grundlegend neu zielgruppengerecht aufbauen würden? Welche Kompetenzen brauchen wir dafür? Haben wir die selbst oder brauchen wir Unterstützung von Marketingprofis? Wie vermarkten Sie sich und das QM?

Über den Autor:

Benedikt Sommerhoff leitet bei der DGQ das Themenfeld Qualität & Innovation. Er beobachtet, analysiert und interpretiert die Paradigmenwechsel und Trends in Gesellschaft und Wirtschaft sowie ihre Wirkungen auf das Qualitätsmanagement. Seine zahlreichen Impulse in Form von Publikationen und inspirierenden Vorträgen geben Orientierung in Zeiten des Wandels. Sie ermutigen zur Neukonzeption des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten des DGQ-Netzwerks aus Praxis und Wissenschaft arbeitet Sommerhoff in Think Tanks und Pionierprojekten an der Entwicklung, Pilotierung und Vermittlung innovativer Konzepte und Methoden.

5 Kommentare bei “Darf ich Sie ‘mal ‘was fragen? – Wie vermarkten Sie sich und das QM?”

  1. Danke für Ihren Beitrag. Ich finde Qualitätsmanagement lebt von der eigenen Überzeugung. Für mich ist es wichtig, das Bewusstsein seiner Mitarbeiter zum QM zu stärken. Dazu ist es notwendig, sich mit dem Mitarbeiter, seinen Prozessen und den möglichen/nötigen Potentialen zu beschäftigen. Zeigen wir doch auf, das QM immer was bringt wenn es gelingt, die Vorteile herauszuarbeiten – Gemeinsam mit Mitarbeiter und Führungskräften.

    1. 0d31bb3d1eeac646b598152a800ee07a Katja von Boetticher sagt:

      Herr Achatz,

      das sehe ich genauso. Gleichwohl gilt es hier auch die richtigen Werkzeuge auszupacken und zu wissen mit ihnen und dem „Werkstück“ zu arbeiten. Ich meine Feingefühl für Prozesseigner und deren Mitarbeiter entwickeln; ZDF unaufgeregt beherrschen und präsentieren gegenüber der obersten Leitung. Meine Erfahrung sagt, dass die beste Marketingstrategie gar keine ist, sondern ein Gefühl für das Gegenüber. Prinzipiell zählt nicht was Sie persönlich wollen… das ist „nur“ der Motor für die Ziele der obersten Leitung/Kunden. Sich begeistern für die Ziele der Anderen.
      Mein Werbeplakat hätte im Zentrum ein Chamäleon mit ausgerollter Zunge, welche an einem Käfer (Thema) klebt und es/ihn verschlingt. Dabei balancierend auf einem dünnen Ast/Drahtseil..dennoch sicher, die Augen überall..gleichsam lächelnd. 🙂

      1. 0d31bb3d1eeac646b598152a800ee07a Katja von Boetticher sagt:

        …Zusatz: „von hinten durch die Brust ins Auge!“
        QM muss nicht laut sein, nicht anrüchig, nicht unangenehm, nicht gewaltsam. Füllen wir Liter für Liter ins Cleopatra-Bad. Und machen wir jeden ml wertvoll durch Kompetenz, Zuverlässigkeit und Empathie.

        1. 12fad89dbfa0bd7577219e8081bbd19e Benedikt Sommerhoff sagt:

          „QM muss nicht laut sein, nicht anrüchig, nicht unangenehm, nicht gewaltsam.“ Dem stimme ich zu, ich denke auch, dass Werbung für QM in vielen Organisationen eher sanft und subtil sein muss, um zu wirken. übers Cleopatrabad habe ich gelacht, danke für diese Metapher, in der die Werbung für QM zur Eselsmilch wird.

    2. 12fad89dbfa0bd7577219e8081bbd19e Benedikt Sommerhoff sagt:

      Ich stimme zu, dass es unverzichtbar ist, selbst von QM überzeugt zu sein. Es ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. manchmal ist die eigene Begeisterung sogar hinderlich dafür, zu erkennen, dass und warum die anderen vom QM nicht ebenso begeistert sind. Wobei ich fest davon ausgehe, dass jede und jeder in der Organisation gute Arbeit machen will. das ist ein guten Anküpfungspunkt.

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