IMS-Software finden: So wählen Unternehmen die passende Lösung aus2 | 11 | 26

IMS-Software

Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Arbeitsschutz, Informationssicherheit und weitere Managementsysteme haben eines gemeinsam: Sie sollen Risiken minimieren, Prozesse kontinuierlich verbessern und regulatorische Anforderungen erfüllen. Dennoch werden sie in vielen Unternehmen noch in getrennten Systemen verwaltet. Die Folge sind doppelte Dokumentationen, Medienbrüche und unnötiger Verwaltungsaufwand.

Heute müssen schätzungsweise mehrere zehntausend Unternehmen in Deutschland Anforderungen aus mehreren Managementsystemen gleichzeitig erfüllen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob ein Integriertes Managementsystem (IMS) sinnvoll ist, sondern: Wie findet man die passende Lösung für die eigenen Anforderungen?

Warum Unternehmen auf IMS-Software setzen

Je mehr Managementsysteme parallel betrieben werden, desto höher ist der Aufwand für Pflege, Abstimmung und Nachweisführung. Werden Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz oder Informationssicherheit getrennt organisiert, entstehen häufig Redundanzen und Medienbrüche.

Eine zentrale IMS-Software schafft hier Abhilfe. Mitarbeitende finden relevante Inhalte schneller, Verantwortliche behalten Aufgaben und Maßnahmen im Blick und Audits lassen sich effizienter vorbereiten.

Ein typisches Beispiel: Wird bei einem Audit eine Abweichung festgestellt, lassen sich Ursachen, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und relevante Dokumente direkt miteinander verknüpfen. Informationen bleiben nachvollziehbar und zentral verfügbar.

Welche Anforderungen sollte eine IMS-Software erfüllen?

Nicht jedes Unternehmen benötigt denselben Funktionsumfang. Dennoch gibt es einige Kriterien, die bei der Auswahl besonders wichtig sind.

Dokumente, Prozesse und Aufgaben vernetzen

Der größte Mehrwert einer IMS-Software entsteht durch die Verknüpfung von Informationen. Dokumentenlenkung, Prozessbeschreibungen, Risiken, Audits, Reklamationen und CAPA-Maßnahmen (Corrective and Preventive Action) lassen sich in einem gemeinsamen Kontext verwalten. Das verbessert die Transparenz und reduziert den manuellen Pflegeaufwand. So wird aus einer reinen Dokumentenablage ein aktives Managementsystem.

Flexible Anpassung an bestehende Abläufe

Eine Software sollte die Organisation unterstützen und nicht umgekehrt. Unternehmen verfügen bereits über etablierte Prozesse und Strukturen. Eine gute Lösung passt sich diesen Gegebenheiten an und erfordert keine grundlegenden Veränderungen.

Unterstützung mehrerer Normen und Standards

Viele Unternehmen starten mit einem Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 und erweitern dieses später um weitere Normen wie ISO 14001, ISO 45001 oder ISO/IEC 27001. Eine zukunftssichere IMS-Software sollte deshalb verschiedene Managementsysteme innerhalb einer gemeinsamen Plattform abbilden können. So lassen sich Synergien nutzen und Compliance-Anforderungen effizienter erfüllen.

Transparenz über Verantwortlichkeiten

Wer ist für welche Aufgabe zuständig? Welche Maßnahmen sind noch offen? Welche Fristen laufen bald ab? Gute Softwarelösungen schaffen Transparenz und machen Handlungsbedarf frühzeitig sichtbar. Das erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert den manuellen Abstimmungsaufwand.

Audit- und Nachweissicherheit

Spätestens bei Zertifizierungen oder Audits zeigt sich die Qualität eines Systems. Dokumente, Entscheidungen, Maßnahmen und Freigaben sollten jederzeit nachvollziehbar und schnell auffindbar sein. Je einfacher die Nachweisführung, desto geringer der Aufwand für Audits und externe Prüfungen.

Hohe Akzeptanz im Arbeitsalltag

Die beste Software hilft wenig, wenn Mitarbeitende sie nicht nutzen. Daher sind Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit entscheidend. Intuitive Bedienung, leistungsfähige Suchfunktionen und klare Oberflächen sorgen dafür, dass die Lösung als Unterstützung statt als Belastung wahrgenommen wird.

Skalierbarkeit für zukünftiges Wachstum

Anforderungen verändern sich. Neue Standorte, zusätzliche Managementsysteme oder steigende regulatorische Anforderungen sollten sich ohne Systemwechsel abbilden lassen. Wer heute investiert, sollte deshalb auch die Anforderungen der nächsten Jahre berücksichtigen.

Welche IMS-Software passt zu welchem Unternehmen?

Die perfekte IMS-Software für alle Organisationen gibt es nicht. Entscheidend sind die individuellen Anforderungen. Produzierende Unternehmen legen oft Wert auf die Verknüpfung von Prozessen, Risiken, Reklamationen und Korrekturmaßnahmen. Im Gesundheitswesen stehen Dokumentenlenkung, Schulungen und Compliance im Fokus. Dienstleistungsunternehmen benötigen flexible Workflows, während Unternehmen mit mehreren Standorten von zentralen Standards und standortspezifischen Anpassungen profitieren.

Deshalb lohnt es sich, vor der Auswahl die eigenen Anforderungen klar zu definieren:

  • Welche Managementsysteme sollen integriert werden?
  • Welche Prozesse verursachen heute den größten Aufwand?
  • Welche Nachweise werden regelmäßig für Audits benötigt?
  • Welche Abteilungen arbeiten künftig im System?
  • Soll die Lösung mit dem Unternehmen mitwachsen?

Fazit: Nicht die meisten Funktionen entscheiden

Entscheidend ist, ob die IMS-Software Abläufe vereinfacht, Informationen vernetzt und Mitarbeitende unterstützt. Eine passende Lösung schafft Transparenz, reduziert Doppelarbeit und erleichtert die Umsetzung von Anforderungen aus Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz, Informationssicherheit und Compliance. Wer auf Integration statt Insellösungen setzt, schafft die Grundlage für ein leistungsfähiges Managementsystem.

 

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Über die Autorin: Lucille Kramer

Lucille Kramer
Lucille Kramer ist seit 2019 bei der Roxtra GmbH tätig. Ihr fachlicher Schwerpunkt liegt auf Qualitätsmanagement in regulierten Branchen, insbesondere auf GxP-Anforderungen, Softwarevalidierung und Datenintegrität. Durch ihre intensive Auseinandersetzung mit Normen und regulatorischen Vorgaben wie ISO 13485, EU-GMP und ISO 9001 verfügt sie über fundierte Einblicke in die Praxis moderner Managementsysteme. Ihr Ziel ist es, komplexe Anforderungen verständlich aufzubereiten und Unternehmen dabei zu unterstützen, Qualität, Compliance und Digitalisierung erfolgreich zu verbinden.