„Mentoring kann mehr sein als ein zeitlich begrenztes Programm“24 | 09 | 26

DGQ-Mentoring-Programm, Zusammenhalt, Teambuilding

Gelerntes weitergeben und neue Perspektiven gewinnen: Im DGQ-Mentoring-Programm begleiten QM-Fachkräfte unterschiedlicher Erfahrungsstufen Berufseinsteiger:innen und Studierende bei fachlichen Fragestellungen und Karriere-Themen. Das Ziel: Voneinander lernen und gemeinsam wachsen. Im Interview berichtet Marita Großer, Mitglied im Leitungsteam des DGQ-Fachkreises „Audit und Assessment“, über ihre Rolle als Mentorin und ihre Highlights aus dem Programm.

Was hat Dich zur Teilnahme am DGQ-Mentoring-Programm bewogen und welche Erwartungen hattest Du?

Für das DGQ-Mentoring-Programm habe ich mich entschieden, weil ich mein Wissen im Qualitätsmanagement gerne weitergebe. Es macht mir einfach Freude, andere Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten, Erkenntnisse aus der Praxis mit ihnen zu teilen und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie wertvoll ein solcher Austausch für die andere Seite ist. Genau diese Unterstützung wollte ich auch weitergeben. Ich finde, Wissen wird erst dann richtig wertvoll, wenn man es teilt.

Meine Erwartung war ein offener und ehrlicher Dialog, von dem beide Seiten profitieren. Und genau so habe ich das Mentoring erlebt. Ich konnte meine Erfahrungen einbringen und gleichzeitig durch die Fragen und Sichtweisen meiner Mentee selbst neue Impulse mitnehmen.

Wie hast Du Deine Rolle als Mentorin gestaltet?

Für mich war es wichtig, meiner Mentee eine Ansprechpartnerin zu sein, bei der sie ihre Fragen und Herausforderungen jederzeit offen ansprechen konnte. Natürlich habe ich mein Wissen gerne geteilt, aber genauso wichtig war mir, zuzuhören und gemeinsam über Themen nachzudenken.

Ich wollte keine fertigen Lösungen vorgeben. Vielmehr ging es mir darum, unterschiedliche Blickwinkel aufzuzeigen, Denkanstöße zu geben und meine Mentee dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden. Besonders schön fand ich, dass sich sehr schnell ein vertrauensvoller Austausch entwickelt hat. Dadurch sind viele offene und ehrliche Gespräche entstanden – und genau das macht Mentoring für mich aus.

Welche Themen standen bei euch im Mittelpunkt – fachlich oder auch persönlich?

Unsere Gespräche waren eine gute Mischung aus fachlichen und persönlichen Themen. Wir haben uns mit Qualitätsmanagement, Audits, Dokumentation und verschiedenen Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag beschäftigt – beispielsweise auch aus dem Bereich Arbeitsschutz.

Besonders spannend war für mich, dass meine Mentee aus dem Krankenhausbereich kommt und ich selbst aus der Lebensmittelindustrie. Obwohl unsere Branchen unterschiedlich sind, haben wir schnell festgestellt, dass viele Herausforderungen im Qualitätsmanagement sehr ähnlich sind. Themen wie der Umgang mit Anforderungen, die praktische Umsetzung von Standards oder die Rolle des Qualitätsmanagements verbinden viele Bereiche. Außerdem haben wir darüber gesprochen, wie man mit neuen Herausforderungen umgeht, Sicherheit in der eigenen Rolle gewinnt und seinen eigenen Weg im Qualitätsmanagement findet.

Manchmal hatte ich dabei sogar ein kleines Déjà-vu: Viele Fragen meiner Mentee haben mich an meine eigenen Anfänge erinnert. Das hat mir noch einmal gezeigt, wie wertvoll ein offener Austausch und eine vertrauensvolle Begleitung gerade am Anfang einer beruflichen Entwicklung sein können.

Wie habt ihr eure Rollen im Tandem mit Leben gefüllt?

Zu Beginn haben wir uns regelmäßig, teilweise wöchentlich, ausgetauscht. Mit der Zeit haben wir unsere Gespräche ganz flexibel an den Bedarf meiner Mentee angepasst – mal gab es mehr Gesprächsbedarf, mal weniger.

Mir war von Anfang an wichtig, dass unsere Gespräche offen und unkompliziert sind. Deshalb habe ich ihr auch angeboten, sich jederzeit bei mir zu melden, wenn sie Fragen hatte oder einfach eine zweite Meinung brauchte – unabhängig von unseren vereinbarten Terminen. Unsere Gespräche waren sehr praxisnah und orientierten sich immer an den Themen, die sie gerade beschäftigt haben.

Teilnahme bei den QM-Youngsters

Die QM-Youngsters vernetzen Menschen unter 35 mit QM-Bezug. Bringt eure Themen mit, vernetzt euch mit anderen Young Professionals und Studierenden – und gestaltet das Qualitätsmanagement von morgen. Neben den monatlichen Austauschformaten gibt es bei den QM-Youngsters immer wieder spannende Projekte und Aktionen zu entdecken! Jetzt informieren »

Welche Erkenntnisse und Impulse konntest Du für Dich mitnehmen?

Für mich hat sich vor allem bestätigt, dass Mentoring keine Einbahnstraße ist, sondern beide Seiten daran wachsen. Besonders spannend fand ich, wie bereichernd der Austausch über Branchengrenzen hinweg war. Obwohl wir aus unterschiedlichen Bereichen kommen, haben wir schnell gemerkt, dass viele Fragestellungen im Qualitätsmanagement ähnlich sind. Dieser Perspektivwechsel war für mich sehr bereichernd.

Am meisten freut mich aber, dass der aus dem Mentoring entstandene vertrauensvolle Austausch auch nach dem Ende des offiziellen Programms weiter bestehen bleibt. Mentoring kann mehr sein als ein auf sechs Monate angelegtes Programm. Genau das macht Mentoring für mich aus. Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, mich auch in Zukunft wieder als Mentorin im DGQ-Mentoring-Programm zu engagieren.

Für wen ist das Programm aus Deiner Sicht besonders geeignet – und warum?

Aus meiner Sicht ist das DGQ-Mentoring-Programm für alle geeignet, die offen für den Austausch mit anderen und bereit sind, voneinander zu lernen. Als Mentee bietet das Programm die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Erfahrungen aus der Praxis mitzunehmen und Themen mit jemandem zu besprechen, der ähnliche Situationen bereits erlebt hat. Das gibt Sicherheit und eröffnet oft neue Blickwinkel. Aber auch als Mentorin nimmt man viel mit. Man gibt Erlerntes weiter, hinterfragt gleichzeitig die eigene Sichtweise und entwickelt sich durch den Austausch selbst weiter. Für mich lebt Qualitätsmanagement vom gemeinsamen Lernen und vom Austausch zwischen Menschen. Genau dafür bietet das Mentoring-Programm einen passenden Rahmen – und deshalb würde ich es jederzeit weiterempfehlen. Wer die Möglichkeit bekommt, an einem solchen Programm teilzunehmen, sollte diese Chance nutzen.

 

Über den Interviewgast:

Marita GroßerMarita Großer ist Mitglied mehrerer DGQ-Fachkreise – unter anderem im Fachkreis „Audit & Assessment“ und dort seit September 2022 Leitungsteammitglied. Sie studierte Informatik an der Ingenieurschule für Elektronik und Informatik in Görlitz. Nach 9 Jahren als IFS Logistics–Beauftragte wechselte sie in den Bereich Lebensmittelherstellung. Aktuell bekleidet sie die Position des Teamlead Quality Management und Lead Auditor bei der Döhler Dahlenburg GmbH.

Über den Autor: Simon Gudat

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Simon Gudat ist als Community Manager bei der DGQ verantwortlich für die QM Youngsters. Er bringt einen beruflichen Hintergrund in der Öffentlichkeitsarbeit mit und setzt sich regelmäßig mit der Frage auseinander, wie verschiedene Generationen voneinander lernen und voneinander profitieren können.