5 Tipps zur Managementbewertung nach ISO 9001:20157 | 03 | 17

Geschäftsmann mit Lupe analysiert das Unternehmen

Im Rahmen von DIN EN ISO 9001 müssen Unternehmen eine Managementbewertung (bzw. ein Managementreview) durchführen. Die „oberste Leitung“ ist in der Verantwortung, die Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems regelmäßig zu bewerten. Dabei gilt es, die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Blick zu haben. So zu finden im Kapitel 9.3ff des revidierten Normentextes. Mit der Managementbewertung kann zugleich auch gut die Rechenschaftspflicht der obersten Leitung dargelegt werden, welche im Normabschnitt 5.1 gefordert wird.

In vielen Unternehmen wird die Managementbewertung durch die Geschäftsführung als Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr genutzt. Kundenfeedback, Prozessleistungen, Verbesserungswünsche und die Ergebnisse von Audits werden als Bewertungsgrundlage herangezogen. Die Leistungsfähigkeit des QM-Systems soll auf diese Weise beurteilt werden und der obersten Leitung einen Überblick über den Status des Qualitätsmanagements aber auch den Status des Unternehmens insgesamt geben. Die Managementbewertung ist somit ein unverzichtbarer Teil für die Zertifizierung eines Unternehmens als auch für den KVP und sollte daher zur Strategieplanung herangezogen werden.

Was beinhaltet die Managementbewertung nach ISO 9001 konkret?

Für die Durchführung der Managementbewertung müssen folgende Eingaben berücksichtigt werden (Kapitel 9.3.2):

  • Ergebnisse und den Status der Maßnahmen aus der letzten Bewertung
  • Veränderungen bei externen und internen Themen das QMS betreffend
  • Leistung und Wirksamkeit des QM-Systems, darunter zum Beispiel Kundenzufriedenheitsbewertungen und Rückmeldungen interessierter Parteien, Stand über Korrekturmaßnahmen, Auditergebnisse und Leistung von externen Anbietern
  • Angemessenheit von Ressourcen
  • Umgang mit Chancen und Risiken
  • Möglichkeiten zur Verbesserung

Welche Tipps gibt es im Umgang mit der Durchführung einer Managementbewertung?

  1. Führen Sie die Managementbewertung häufiger durch: Wenn Sie einen Standard für Ihre Managementbewertung entwickelt haben, bietet es sich an, diese zum Beispiel vierteljährlich durchzuführen.
  1. Integrieren Sie die Managementbewertung in bestehende Geschäftsführungs- oder Abteilungsleitermeetings: Nutzen Sie solche Termine, um regelmäßig die Anforderungen aus Kapitel 9.3 und den Stand Ihres QMS zu besprechen.
  1. Nutzen Sie die Managementbewertung als Basis Ihrer Strategieentwicklung: Setzen Sie die für die Managementbewertung gewonnenen Daten dazu ein, Auskünfte über den Grad der Zielerreichung zu geben. Auf diese Weise identifizieren Sie Verbesserungspotenziale, welche als Maßnahmen in den KV-Prozess mit einfließen und anhand derer Sie strategische Entscheidungen ableiten können.
  1. Lassen Sie die Bewertung nicht durch QM-Verantwortliche „vorwegnehmen“: Zwar sollten die erforderlichen Daten für die Managementbewertung gut vorbereitet werden, als oberste Leitung müssen Sie sich im Review aber selbst Gedanken dazu machen, eine Bewertung vornehmen und Maßnahmen ableiten.
  1. Berücksichtigen Sie die neuen Normanforderungen aus Kapitel 9.3: Forderungen sind hinzugekommen, wie beispielsweise die Rückmeldungen interessierter Parteien und die Angemessenheit von Ressourcen.

Fazit: Die Managementbewertung ist und bleibt ein starkes Führungsinstrument, welches es angemessen und zielorientiert zu nutzen gilt.

 

Falls Sie mehr zum Thema ISO 9001:2015 erfahren möchten, helfen Ihnen unsere kostenfreien Webinare und Webinar-Aufzeichnungen weiter. Oder besuchen Sie unsere DGQ-PraxisWerkstatt: ISO 9001:2015!

Über den Autor:

2 Kommentare bei “5 Tipps zur Managementbewertung nach ISO 9001:2015”

  1. 6e098a90197644a2b7e95edc90977255 Herzberg sagt:

    Kommentar Herzliche Grüße und ein Hinweis zur Formulierung. Die 2008-er Norm enthielt die Formulierung: „Eingaben für die Managementbewertung müssen Informationen zu Folgendem erhalten:…“
    Die ISO 9001:2015 formuliert im Abschnitt 9.3.2 „Die Managementbewertung muss geplant und durchgeführt werden, unter Erwägung folgender Aspekte:…“
    Damit sind die Anforderungen von a) bis f) nicht mehr zwanghaft die Tagesordnung der Managementbewertung, die von Ihnen gewählte Formulierung „müssen“ ist hier nicht zutreffend. Das Problem ist hier also nicht das generieren dieser Datenmengen, sondern von diesen „Big Data“ die entscheidenden zu verwenden. Dabei muss in c) „…einschließlich Entwicklungen…“ beachtet werden.

  2. Christiane Köppe-Schmidt sagt:

    Hallo Herr Herzberg,

    vielen Dank für Ihren wertvollen Hinweis und die Ergänzung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.